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Sorry but this Blog will close pretty soon !

Also man kann ja viel von Cornelia Poletto behaupten, aber man muss zugeben, dass sie einen ausgeprägten Geschäftssinn hat. Ihre aktuelle Geschäftsidee ist ein italiensches Delikatessengeschäft mit offener Küche. Dieses Gastronomie-projekt hat sie seit Juni 2011 im gut betuchten Hamburg-Eppendorf realisiert. Die Zeitschrift Prinz, das Hamburger Abendblatt vom 30. Juli 2011 und die beiden Herren vom Feinschmecker, welche vornehmlich gepfefferte Restaurant-Verrisse in der BILD-Zeitung schreiben, sind begeistert.

Allerdings ist die Idee in Hamburg nicht ganz neu. So führt beispielsweise die sizilianische Sterneköchin Anna Sgroi neben ihrem Restaurant Sgroi im Hamburger Stadtteil St. Georg auch einen Feinkostladen.

In Hamburg-Eimsbüttel hat sich Trattoria Fadda mit seinem Feinkostgeschäft etabliert, welches Lebensmittel und Weine aus Sardinien anbietet. Abends lädt das Ehepaar Susanne und Fausto Fadda zum Menü oder zu Weinverkostungen ein.

Sogar der italienschen Lebensmittelgroßhändler Vincenzo Andronaco in Hamburg-Bahrenfeld und Billbrock hat in seinen Läden ein Bistro integriert. Der Supermercato mit circa 5000 verschiedenen Artikeln beliefert rund 90 Prozent aller italienischen Wirte in Hamburg und auch der einfache Privatkunde darf dort einkaufen.

Weitere Geschäfte in Hamburg, in denen italienische Lebensmittel und Wein zum Verkauf und zur Verkostung angeboten werden, sind beispielsweise Herr Rossi, Tonis Café, Mercato Piazza, Paola Alimentari, Castel Cosimo und Va Bene.

Aber nun zurück zu Frau Poletto: In ihrem neuem Refugium kann der Gast alle Zutaten kaufen, mit denen in der offenen Küche gearbeitet wird. Von Meersalz, Gewürzen, Öl, Balsamico, Pasta, Schokolade, Kaffee, Wein, Käse über verschiedene Brotsorten bis hin zu Wurst-Spezialitäten und frischen Meerestieren ist alles da. Daneben soll Frau Poletto höchstpersönlich mit Rat und Tat bei Fragen dem Gast zur Seite stehen. Bei unserem Besuch war sie allerdings gerade nicht im Haus. 

Als wir in ihrem neuen Geschäft eintraten, sind uns gleich die mediterranen Fußbodenkacheln und die schokobraunen Weinregale aufgefallen. Repräsentativ sind ihre Kochbücher im Eingangsbereich ausgestellt. Das kleine Geschäft hat für circa 30 Gäste Platz und teilt sich in zwei Bereiche auf. Auf der linken Seite steht eine dunkle Holztheke mit sechs kleinen Tischen. Auf der rechten Seite steht nur ein großer Holztisch, umgeben von Feinkostregalen, Fisch-, Aufschnitt- und Käsetheke. Rückseitig steht ein kleines Holzregal, welches mit unterschiedlichen Brotsorten bestückt ist. Und dahinter ist die offene Küche angesiedelt.

Auf der Speisekarte stehen sieben Gerichte. Dazu gibt es eine ständig wechselnde Tageskarte. Frühstück wird ab 10 Uhr angeboten und die warme Küche beginnt ab 12 Uhr. Dazu kann sich der Gast ein Glas 0,1l Prosecco Poletto & Dellavecchia für 7 Euro (Mitnahmepreis pro Flasche 12,50 Euro) gönnen.

Morgens um 10:30 Uhr waren wir die ersten Gäste und durften uns einen Tisch auf der linken Seite aussuchen. Zum Frühstück standen belegte Brote, verschiedene Müsli-Sorten und ein Frühstücksteller zur Auswahl.

Wir haben folgende Entscheidung getroffen:

  • Tramezzini mit Strauchtomaten, Büffelmozzarella und Basilikum für 3,50 Euro 
  • Italiensches Frühstück mit Käse und ital. Mortadella, Salami und Schinken für 10,50 Euro
  • Cappuccino für 3,60 Euro
  • Latte Macchiato für 4,00 Euro
  • San Pellegrino Mineralwasser 0,75l für 5,80 Euro

Die kleine Käseauswahl mit Robiola, Bitto, Pecorino, Ziegenfrischkäse und süßem Feigensenf war sehr lecker. Das geschnittene Weißbrot auf dem Holzbrett allerdings war schon etwas älter. Die Kaffeespezialitäten haben uns auch geschmacklich nicht gerade vom Hocker gehauen, da mehr Latte als Macchiato in der Tasse war.

Die Servicemitarbeiter sind alle auf Zack und manche haben auch einen kleinen Schelm im Nacken. Als wir noch die einzigen Gäste im Geschäft waren, wurde kurz „Last Christmas“ angespielt und unsere Reaktion gemustert. Dagegen sind die Servicemitarbeiter noch nicht allumfassend über die Produkte informiert. So musste die sehr freundliche Servicedame erst mal in der Küche nachfragen, welche Käsesorten zum Frühstück serviert werden. Oder Fragen zum Roséwein Fritz Rosé Gunderloch aus Rheinhessen, blieben unbeantwortet, da auf dem Etikett wenig Informationen vorhanden sind. Andererseits ist es aber auch sehr angenehm, dass die Produkte den Gästen nicht aufgedrängt werden.

Außerdem ist auf die Diskretion der Servicemitarbeiter Verlass. Als ein Gast die Schlagzeile der ausliegenden Bild-Zeitung betrachtete und einen Servicemitarbeiter nach seiner Meinung fragte, ob es sich denn bei dem 70jährigen Fritz Wepper und seiner 34-jährigen Freundin Susanne Kellermann tatsächlich um Wahre Liebe handelt, war der Servicemitarbeiter im ersten Moment zwar verdutzt, hat es aber dann für durchaus möglich gehalten und sich auf keine weitere Diskussion zu diesem Thema eingelassen.

Der einzige Makel an Frau Polettos neuem Geschäft ist, dass es keinerlei Hinweise zur Entstehung der tierischen Produkten gibt und auch die Servicekräfte keine Auskunft zur Haltung und Fütterung oder zu den Herstellungsverfahren der Produkte geben konnten, kam ein unangenehmer Nachgeschmack auf. Seit Cornelia Poletto Werbung für die industriell gefertigte Fleisch-Produktserie „Herta Natürlicher Genuss“ macht, ist ihre Glaubwürdigkeit ramponiert. Dieses Produkt aus der Massentierhaltung wird mit fragwürdigen Inhaltsstoffen, wie beispielsweise dem Konservierungsstoff Natriumnitrit und Stabilisatoren Diphosphat und Triphosphat behandelt. Diese Stabilisatoren erhöhen das Wasserbindungsvermögen und verleihen dem Schinken eine höhere Schnittfestigkeit und optimieren seine Farbe. Was somit bleibt, ist ein gewisses Misstrauen gegenüber den hochpreisigen Waren.

Obwohl Frau Poletto gar nicht da war, hat sie uns zum Nachdenken angeregt. Wir haben noch lange über kulinarische Qualität und gesellschaftliche Verantwortung in der eigenen Küche und in den Gastronomiebetrieben diskutiert. Fazit ist, dass man als Konsument nicht nur prominenten Köchen oder Moderatoren vertrauen darf. Sondern lieber mutigen Menschen Aufmerksamkeit schenken sollte, die sich nicht in die finanzielle Abhängigkeit von mächtigen Lebensmittelkonzernen begeben, wie beispielsweise Foodwatch-Gründer Thilo Bode oder den Betreibern von peta, Greenpeace oder Slow Food in Hamburg. Außerdem sind die Bücher von Anthony Bourdain , das Buch In Teufelsküche von Jörg Zipprick und das Buch von Tiere essen von Jonathan Safran Foer zur Pflichtlektüre ernannt worden, auch wenn es hart wird!

Also auf dem Trockenen muss in Lüneburg nun wirklich keiner sitzen. Die Stadt mit der höchsten Kneipendichte Deutschlands bietet für jeden Geschmack und jedes Bankkonto etwas an. Es gibt ungefähr 350 Gaststätten und die meisten davon befinden sich in der Altstadt. Und mittendrin liegt  das Wabnitz (Google Maps), dessen Erkennungszeichen das virtuos ausgeleuchtete Weinregal ist. Es dehnt sich insgesamt über drei Stockwerke aus. Die rund 200 Weine aus aller Welt  und 20 Whiskysorten  die das Regal beherbergt, sind mit einem zusätzlichen Korkgeld von 10 Euro pro Flasche gleich vor Ort zu öffnen und zu genießen. Daneben stehen 50 offene Weine zur Verfügung.

Besonders ansehnlich sind die Kunstmalereien der Lüneburger Altstadt, die an den Wänden hängen. Mit schlichter Eleganz und dennoch detailverliebt, lädt die gastfreundliche Location zu einem Glas Wein und kleinen Speisen ein. Außer sonntags beginnt der Tag im Wabnitz um 8:30 Uhr mit einem Winzerfrühstück, mittags geht es heiter weiter mit einem Mittagstisch und nachmittags werden die Gäste mit  Kaffee und Tee, Kuchen oder hausgemachten Waffeln verwöhnt. Auf der Karte stehen Gerichte wie beispielsweise Flammkuchen, gratinierter Ziegenkäse, Tapas oder italienische Käse- und Aufschnittspezialitäten. Und auch die fränkische Leberwurst nach Winzerart ist zu haben.

Das Wabnitz legt viel Wert auf eine regionale und nachhaltige Küche. So wird generell alles selbst zubereitet. Obst und Gemüse wird hauptsächlich beim Lüneburger Wochenmarkt eingekauft. Die Brote werden von der Bäckerei Harms geliefert und der Käse und die Wurstwaren werden direkt aus Italien importiert.

Als wir zu sechst am Samstagabend ins Wabnitz eintraten, waren sämtliche Tische im Erdgeschoss besetzt. Sofort kam eine sehr freundliche Dame auf uns zu und bot uns exklusiv die erste Etage an. Das Angebot hatten wir dankend angenommen. Nachdem wir uns unseren Tisch ausgesucht haben, zündete sie die Kerzen an und stellte eine sehr angenehme Hintergrundmusik an. Ihr Gesicht zeigte keine Zeichen der Empörung als wir nur 2 Flaschen Wasser bestellten. Nee, wir kamen nicht gerade vom Treffen der Anonymen Alkoholiker und wollten mal unsere Willenskraft testen. Wir waren schon vorab auf einer Veranstaltung mit reichlich guten Wein und wollten einfach noch eine Kleinigkeit essen. Unsere Wahl fiel auf:

  • Gratinierter Camembert mit Preiselbeeren & Brot für 5,50 €
  • Gratinierter Ziegenkäse mit Kastanienhonig, Walnüssen & Brot für 5,90 €
  • Gratinierter Schafskäse mit Olivenöl & Thymian, Oliven & Brot für 5,50 €

Danach hat uns die sehr nette Dame noch einen Flammkuchen mit Sauerrahm, Speck und Zwiebeln spendiert, „hat die Küche gerade über“ erzählte sie zu uns. Et Voilà, auch diese Küche beherrscht die Kunst aus einfachen und wenigen Zutaten ein unverwechselbares Geschmackserlebnis zu erschaffen.

Und als wir die nette Dame baten uns ein Taxi zu bestellen, da wir unbedingt den Film Brautalarm sehen müssen, bewahrte sie wieder Contenance. Auch als wir Caffè zum Schluss bestellten und eine von uns darauf hinwies, dass ihr Espresso ja aufs Haus geht, da sie ja Karteninhaberin von GiroPrivileg ist, bewies die nette Dame wieder Contenance. An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass wir den Blog mit keinem Wort erwähnt haben.

Der „Hier will ich nie wieder weg“ Effekt stellte sich bei uns schon nach wenigen Minuten ein. Die trubelige Straßenszene der Schröderstraße gleicht der französischen Riviera und schafft eine besonders Urlaubsstimmung. Gerade im Sommer kann man wunderbar mit einem Glas Wein aus dem Bordeaux und einem Flammenkuchen Elsass draußen sitzen und die flanierenden Passenten an sich vorbeiziehen lassen.

Direkt am Hamburger Hafen, zwischen Landungsbrücken und Michel liegt das Portugiesenviertel. Hier hat sich in den letzten Jahren eine mediterrane Gastromie etabliert. Viele kleine portugiesche, spanische und auch italienische Restaurants reihen sich dicht aneinander. Und wer im Urlaub in Portugal den Galão (Espresso mit warmer Milch) kennen und lieben gelernt hat und diesen in Hamburg auch nicht mehr missen möchte, kann ihn weiterhin im Café Sul genießen. Dieses einfache, aber sehr authentische Café steht für portugiesische Spezialitäten und bietet vom Galão mit Pastéis de Nata (Mini-Puddingtörtchen)bis hin zu Tapas und Tortilla alles was das Herz der portugiesch-en Hausmannskost begehrt. Die kleinen Delikatessen und den Galão To Go kann man auch zum Mitnehmen an der Theke kaufen.

Wir haben uns bereits in den frühen Morgenstunden zum Frühstück im Café Sul getroffen. Zur Auswahl standen uns diverse Frühstücks-Menüs und belegte Brötchen, Baguettes, portugiesche Croissants oder auch Bagels.

Unsere Wahl fiel auf zwei unterschiedliche Menüs:

Menü 2 für 3,00 Euro: 1 Brötchen, 1 Croissant, Butter, Honig und Marmelade

Menü 9 für 5,90 Euro: 1 Brötchen, 1 Vollkornbrötchen, 1 Croissant, Butter, Marmelade, Käse, gekochten Schinken, Chorizo, Salami, 2 Rühreier mit Speck

Aufgepimpt haben wir unser Frühstück mit einem kleinem Galão für 1,90 Euro und einem Glas Prosecco für 3,00 Euro. Die weichen Brötchen schmeckten gut und die portugieschen Croissants, welche mit sehr wenig Butter gebacken werden, waren echt riesig. Der Aufschnitt wie der gekochte Schinken oder Käse schmeckten ein wenig fad. Dagegen hatte der Galão genau unseren Geschmack getroffen. Und während unseres Aufenthalts waren wir immer von den sehr aufmerksamen Damen vom Service umgeben. Die kulinarische Entdeckung sind jedoch die hausgemachten Pastéis de Nata, welche wir uns noch für den Heimweg mitgenommen haben. Diese kleinen Mini-Puddingtörtchen waren sehr cremig, weich und leicht und schnell weg. Deswegen gibt es auch keine Fotos!

Der Inhaber des Café Sul José Sequeira ist nach Angaben der Hamburger Morgenpost vom 12.06.08 der größte Pastéis de Nata-Produzent in Hamburg. Allein in Hamburg beliefert  er rund 30 Cafés, bundesweit sind es noch einmal so viele. Sein Ziel ist es genauso gute Pastéis de Natas zu backen wie in der berühmten Pasteis de Belém in Lissabon. Außerdem führt er gemeinsam mit seinen Söhnen den Großhandel Sul Portugal für südländische Waren in Wilhelmsburg. Mit den Jahren kamen  noch das portugiesche Restaurant D.José , die Pizzeria Cia Ana und das Café Coffe&Cakes im Portugiesen-viertel hinzu und 1999 eröffnete José Sequeira das Café Sul.  

Von all den vielseitigen gastronomischen Betrieben und dem stressigen Alltag hinter den Kulissen ist in dem Café Sul (Google Maps) nichts merken. Im Gegenteil die Atmosphäre ist entspannt und bei gutem Wetter sitzt man vor der Fensterfront auf dem Bürgersteig und kann das rege Treiben des Viertels beobachten. Das ist schon ein einmaliges portugiesches Flair in Hamburg, welchem man in der Tat nicht widerstehen kann.

Am Eingang zum Ristorante Osteria hängt ein dezentes Schild vom Guide Michelin. Aha, eine Empfehlung von dem wohl weltweit einflussreichsten Restaurantführer. Wir sind gespannt und am Ende des Abends mit der Bewertung vom Guide Michelin auch einverstanden. Aber von vorne: Im Ristorante geht es trotz des hohen Anspruchs jenseits des Pizza- und Pasta-Mainstreams entspannt zu. Die Atmosphäre ist gemütlich-familiär. Das liegt vielleicht an der rustikalen Einrichtung: Rot-weiß karierte Tischdecken auf dunklen Holztischen und zahlreiche Fotografien an den holzvertäfelten Wänden; einzig Stoffservietten verraten, dass hier fein diniert wird.

Unser Dinner begann mit schwarzen Oliven, Brot und einer mild-scharfen Karottencreme. Weiter ging es mit einem übersichtlichen Teller – auf unseren Wunsch ohne Meeresfrüchte – von kleinen Antipastivariationen für 10,50 Euro. Auf dem Teller befanden sich marinierten Artischocken und Paprikastreifen, Kalbfleisch mit Sauce, Mozzarella mit Tomate, Hackfleischbällchen mit Kartoffelsalat und eine Gemüse-Quiche. Als weitere Vorspeise wählten wir eine fruchtige Tomatensuppe mit Gin für 5,90 Euro, wobei sich der Gin vornehm zurückhielt. Was dann weiter auf den Tisch ankam war makellos. Besonders das Spargel-Menü für 39,50 Euro hat es einem von uns besonders angetan:

 

 Spargel-Menü

Teigtaschen mit Spargel-Trüffel-Sauce

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Seeteufelmedaillons auf Spargelragout

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Mousse au Chocolat & Mascarponecreme mit frischen Früchten

 

Virtuos in Optik und Zusammenstellung konnten die Hauptgerichte überzeugen. Die Kalbsleber nach venezianischer Art mit Zwiebeln, Kartoffeln und blanchierten Gemüse für 19 Euro war auf den Punkt gebraten. Zu den gegrillten Lachsscheiben für 11 Euro darf der Gast sich die Beilage selbst aussuchen. Unser Gutachter wählte ein Pfund Spargel mit Kartoffeln und zerlassener Butter für 16,50 Euro aus und war sehr zufrieden mit seiner Wahl. Das letzte Hauptgericht, die Fettuccine mit grünem & weißem Spargel für 11,50 Euro waren ebenfalls gekonnt zubereitet. Der letzte Gang rundete dann unser Dinner ab. Das Mousse au Chocolat und Mascarponecreme mit frischen Früchten vom Menü waren ebenso ein Genuss wie der kleine überschaubare Käseteller mit 4 verschiedenen Käsesorten, Obst, Senfsauce und einer Cranberry-Marmelade für 8,50 Euro.

Perfekt war das Timing, in dem die Gänge auf den Tisch kamen und der Service war charmant und aufmerksam, selbst als die Osteria bis auf den letzten Platz besetzt war. Und als ich eine Vorspeise als Hauptgericht bestellte, weil ich kein vegetarisches Hauptgericht auf der Karte gefunden habe, wurde nicht das Gesicht verzogen und vorwurfsvoll in die Runde geschaut! Zum Schluss hat uns die Chefin sogar noch auf einen Digestif eingeladen. Zur Auswahl standen beispielsweise ein Prosecco, Limoncello, Grappa oder auch ein Espresso.

Unser Resümee zum Ristorante: Ein bisschen „Reich und Schön“ und ein bisschen „Rote Rosen“ beflügeln die  Osteria  zum Dolce Vita. Kein Wunder, dass sich die Lüneburger High-Society mit dem Segen vom Guide Michelin in der Osteria (Google Maps) gerne zu High-Class-Preisen trifft.

Das Pane e Tulipani ist ein kleines und feines Restaurant, welches eine gehobene italienische Küche anbietet. Es liegt zwischen dem Hauptbahnhof und den Deichtorhallen. Die Karte ist angenehm übersichtlich und bietet eine schöne Auswahl von klassischen und kreativen Gerichten an.  Die Innenein-richtung wurde von den Hamburger SHE-Architekten konzipiert. Der Raum des Pane e Tulipani ist hoch und schlicht gestaltet worden, sieht man mal von dem Meer der strahlenden Kronleuchter an der Decke ab. Schwarze Bänke, weiße Tische und die Stühle „Plastic Chair“  von Charles und Ray Eames sind akkurat aufgestellt und an den Wänden hängen zeitgenössische Kunst-werke. Gegenwärtig werden Bilder aus dem Jahr 2008 von der Ausstellung „Traumfrauen“ aus dem Haus der Photographie der Hamburger Deichtor-hallen  ausgestellt.

Dieses puristische Interieur gibt dem Restaurant einen Hauch von spätrömischer Dekadenz, dessen Charme selbst ein Guido Westerwelle sich nicht entziehen könnte. Neben den stylischen Gästen aus der Kunstszene finden sich auch ganz normale Menschen ein.

Unsere erste kulinarische Begegnung im Pane e Tulipani begann mit einer Flasche Blanc de Noir aus der Pfalz. Dieser Weiswein mit rosé-golden Schimmer hatte eine  herbe Frische und einzigartige Aromen von roten Beeren. Dazu wurde uns ein herrlich  knusprig-dünn geröstetes Brot mit Meersalz und Rosmarin serviert. Es folgte ein erfrischender Gruß aus der Cucina in Form eines Mini-Rhabarbersüppchens. Wenig später rauschte der Herr Ober stolz mit der Antipasti della Casa für 13,50 Euro an. Dieses kulinarische Kunstwerk bestand aus einer Garnele, Parma-Schinken mit Melone, einem Wachtel-Spiegelei, Cocktailtomaten mit Mozzarella, gratinierten  Muscheln, gefüllten Champignons und Auberginen.

Und als wir dachten: Besser geht`s nicht, trafen die Hauptgerichte an unserem Tisch ein:

  • Geometrische Ravioli gefüllt mit marinierten Orangen-Ingwer-Ricottakäse in Safran-Sud und Tigergarnelen für 15,50 Euro
  • Linguine aus dem Parmesan mit schwarzem Trüffel für 16 Euro
  • Pappardelle mit Lammragout und geschmorten Ziegenkäse für 13,50 Euro

Die Tigergarnelen waren kunstvoll wie ein tanzendes Paar aus Let’s Dance mit einer essbaren Orchidee angerichtet. Allerdings wurde an den drei Ravioli gespart, da hätten es ruhig ein paar mehr sein dürfen. Denn geschmacklich war diese Liaison sensibel aufeinander abgestimmt. Dagegen wurde an den delikaten Linguine überhaupt nicht gespart. Unvergesslich hobelte der schlagfertige und galante Herr Ober großzügig den frischen Trüffel über die Linguine. Auch die Pappardelle mit Lammragout und geschmorten Ziegenkäse waren schlicht und ergreifend fabelhaft. Den gelungenen Hauptgängen folgte dann noch eine geschmackliche Offenbarung in Form von zwei Desserts: 

  • Schokomalheur mit Vanilleeis für 8,50 Euro 
  • Rhabarber Tiramisu mit Sauerkirschen und Vanillesauce für 7,50 Euro

In der Tat die Desserts sind kein Schnäppchen, aber sie waren diese kleine Sünde wert! Zum krönenden Abschied spendierte uns der Herr Ober noch einen Sambuca mit Kaffeebohnen.

Ja, wenn so ein Szene-Italiener immer diesen Standard bietet, dann kommen wir gerne wieder. Denn das Pane e Tulipani glänzt nicht nur durch humorvolle Gastfreundschaft oder durch das aparte Ambiente, sondern ganz besonders durch seine sinnlich erfahrbare Küche. Auch wenn das Restaurant auf Anhieb nicht leicht zu finden ist, so ist das Pane e Tulipani (Google Maps) stets gut besucht und es ist ratsam, sich vorab einen Tisch zu reservieren, zumindest am Wochenende.    

Endlich: Die Beachclub-Saison 2011 ist eröffnet. Rechtzeitig zu Ostern kann in Strandatmosphäre an der Elbe wieder relaxt werden. Direkt an den St. Pauli Landungsbrücken sind auch in diesem Jahr wieder der Hamburg City Beach Club und das Hamburg del Mar  geöffnet.

Nur ein paar Meter weiter liegt der Beachclub StrandPauli (Google Maps), hier hat man den schönsten Rundblick auf den Hafen. Die Elbe und Blohm+Voss liegen einem praktisch zu Füßen, dazu schippern gemütlich die Hafenrundfahrt-Barkassen mit Kapitän Willi vorbei, der schon seit 30 Jahren im Hafen seine Runden dreht. Im Hintergrund dröhnen die Beats aus den Docks und das beiläufige Tuten der Pötte setzen zusätzlich ein paar Endorphine frei.

Während man sich nun so vor sich hin chillt und das bloße Nichtstun hungrig macht, hält die Crew Toasts, Burger, Salate, Pizzas, Flammkuchen und Ofen-kartoffeln parat und sonntags wird ab 10 Uhr Frühstück angeboten. Das Publikum ist sehr gemischt. Einen Dresscode gibt es hier nicht, dafür ist StrandPauli viel zu entspannt und die Schickimickis und Schlipsträger werden auch nicht gedisst. Abends muss man sich schon durch eine Kolonne von gut gelaunten Menschen schlängeln, die auf das Südsee-Flair mit einer gepflegten Bier-Buddel und kühlen Cocktails anstoßen. Unser Bier zischte gut und hatte genau die richtige Temperatur.

Summa summarum: Wer dringend einen Kurzurlaub braucht, der sollte dem StrandPauli mal einen Besuch abstatten. Denn das Heyheyhey, Aloahe, gibt`s nicht nur auf hoher See!