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Archive for Mai 2010

O Cafe Central – Vinho Verde

Ein ganz besonderer Genießer-Tipp ist das portugiesische Sommelier-Menü des O Café Central in der Nähe des Hamburger Rathauses. In regelmäßigen Abständen wird immer freitags ein raffiniertes 5 Gänge – Menü mit Wein aus Portugal – exklusive Mineralwasser und Kaffee – von dem Chefkoch Filipe Barros serviert. Auf Wunsch kann auch eine exzellente Variante des Menüs ohne Meeresfrüchte bestellt werden. Zwischen den Gängen erfährt man von dem galanten Sommelier Jhonny Espada Neto Wissenswertes über den Portugieschen Wein.Das Menü begann mit einem Amuse Bouche, einem deftigen Muffin mit Spargel, Parmesan und Chorizo und einem delikaten Bärlauchpesto. Dazu wurde uns ein Glas „Lancers Rosé aus der Region Vinho di Mesa/Setubal kredenzt. Ein junger, spritziger und frischer Wein mit einem Geschmack von reifen Erdbeeren. Gut gekühlt ist er für uns ein wunderbarer Sommerwein.    

Erster Höhepunkt waren die „Krustentiere Consommé“ mit Paprika-Gemüse-Couscous, begleitet von einem Glas Tapada dos Monges Verde“, ein fruchtiger Rosé der Extraklasse.  Über den Vino verde haben wir an diesem Abend gelernt, dass der berühmte Weißwein Portugals auch rot sein kann. Weißer Vino verde kann leicht perlend, trocken und apfelfrisch sein. Aus lokalen Sorten wie Alvarino und Loureira hergestellt, gehören diese Weine zu den leichtesten Weinen der Welt. Er wird früh gelesen und soll jung getrunken werden, sehr gerne!    

Wie leicht und zart Lamm sein kann, zeigte dann das „Surf und Turf“ vom Lammfilet und „Gambas Al ajillo“ mit Spargel in Speck-Ziegenkäsemantel und einer famosen Madeira-Hollandaise-Sauce. Eine feine Variation des Spargels mit der klassischen Hollandaise-Sauce verfeinert mit Madeira, welche wir als Genießer sehr mögen. Der Wein „Capote Velho Reserva Tinto“ aus der Region Lissabon harmonierte fabelhaft zum Gericht. Der Cuvée aus den Sorten Touriga Nacional, Syrah und Aragonez beeindruckt durch sein tiefes Rubinrot und den sanften Tanninen, seiner milden Säure und dem intensiven Aroma von voluminösen dunklen Beeren, wie den von schwarzen Johannisbeeren, Brombeeren und Holunder.Es folgte das Filet von der Maischolle gebraten in Iberischer Butter „Pata Negra“ auf lauwarmen Rucola-Bratkartoffel-Salat. Eine gelungene Interpretation der norddeutschern Hausmannskost. Der trockene Rotwein „Cardeal Reserva Tinto“ war der ideale Begleiter. Das Geheimnis des kraftvollen „Cardeal Reserva Tinto“ ist die Lagerung von mindestens 3 Monaten im Eichenfass.   

Das Menü endete geradezu vortrefflich mit dem „Doce de natas“, einer himmlischen Cremé mit Rhabarber und Erdbeeren, kombiniert mit dem exquisiten „Licor de Ginja“, den traditionellen portugiesischen Likör, der aus Sauerkirschen hergestellt wird. Seinen Ursprung und seine Heimat hat der „Licor de Ginja“ in Lissabon.   

Eine tiefe Verbeugung geht an Küche und Service, die mit großer Souveränität die logistische Herausforderung meistert, an 38 Plätzen die verschiedene Gerichte und Weine zur richtigen Zeit zu servieren. Nach 5 Stunden verließen wir als Letzte die kulinarische Entdeckungsreise durch Portugal und waren zu dem Zeitpunkt vermutlich die glücklichsten Menschen weit und breit. Dafür: Muito Obrigado, O Café Central (Google Maps)! 

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Le Marrakech – 07.05.10

Etwas versteckt in einer alten Fabrikhalle im Hamburger Norden liegt ein prächtig ausgestattet morgenländischer Basar, das Le Marrakech. Dieses Einrichtungsgeschäft enthält eine grandiose Ausstattung von Lampen, Möbeln, Geschirr, Dekorativen und ein Restaurant.

An drei Abenden in der Woche lädt das Le Marrakech zum orientalischen Büffet ein. Von Donnerstag bis Samstag wird der Gast für 32 Euro pro Person – exklusive Getränke – kulinarisch in den Orient entführt.

Nach einer Wartezeit von 4 Wochen sind wir an einem Freitagabend der Einladung zum orientalischen Büffet gefolgt. Auf dem Weg zum Eingang standen strahlende Kerzenlaternen, welche den Besuchern den Weg wiesen. Punkt 20 Uhr öffnete sich die Tür und zur Begrüßung bekam jeder Gast einen fruchtigen Sekt oder wahlweise einen alkoholfreien Saft. Beim Eintreten wehte uns ein berauschender Hauch des Morgenlandes entgegen. Die unzähligen Lampen mit den bunt gefärbten gläsernen Intarsien an der hohen Decke, die kunstvoll verzierten Tische mit den entsprechenden Stühlen, Kacheln, Mosaiken und den frischen Blumen erweckte in uns das Gefühl zu Gast in einem mondänen Grand-Hotel des Orients zu sein.

Nachdem die Gäste das Ambiente von Tausendundeiner Nacht ausreichend auf sich wirken ließen, begann nach circa ½ Stunde die Verführung aller Sinne. Alle Gäste kamen gleichzeitig zum Büffet und deshalb kam es schon zur einen etwas längeren Wartezeit. Das reichhaltige und ansehnliche Büffet bestand aus köstlichen Variationen wie Falafeln, Hummus, Babaganoush, Taboulehs, Bulgur, Couscous, Fladenbrot, Gemüse, Geflügel, Lamm, Fisch und vielem mehr.

Nach ungefähr 1 ½ Stunden wurden wir in den stilvollen Wintergarten eingeladen. Dort trat eine virtuose Bauchtänzerin auf, welche zum Finale die männlichen Gäste zum Bauchtanz aufforderte. Diese Aufführung der Verführung begeisterte besonders uns und das weibliche Publikum.

Während der Vorstellung wurde das Dessertbüffet aufgebaut, und auch hier gab es eine große Auswahl von Dessertsorten und frischen Obst im typisch orientalischen Stil. Dazu bestellten wir uns einen Kaffee mit Aromen von Kardamom, Nelken und Zucker. In diesem Moment sind wir ganz und gar dem edlen Genuss des Orients verfallen.

Dank dem Le Marrakech (Google Maps) sind wir unserem routinierten Alltag für ein paar Stunden entflohen. Das orientalische Büffet, die bemerkenswerte Gastfreundlichkeit und die exotische Atmosphäre macht das Le Marrakech zu einer glanzvollen Oase im Norden von Hamburg.

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Gleich an der Brücke 1 liegt das schwimmende Juwel des Hamburger Hafens, das eindrucksvolle Segelschiff Rickmer Rickmers, 1896 in Bremerhaven erbaut. Dank des Vereins „Windjammer für Hamburg e. V.“ und großzügiger Spender strahlt die Rickmer Rickmers wieder im alten Glanz und liegt seit 1987 restauriert am Fiete-Schmidt-Anleger der St. Pauli Landungsbrücken. Auf dem Schiff befindet sich ein Museum, das einen Einblick in das Seemannsleben vor rund 100 Jahren gestattet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4 Euro.

Zudem gibt es auf dem Schiff ein Restaurant, welches täglich von 11 bis 18 Uhr für Gäste geöffnet hat, am Abend finden reservierte Veranstaltungen statt. Vom dem Restaurant aus hat der Gast eine malerische Aussicht über den Hamburger Hafen. Das Restaurant an Bord hat sich besonders der rustikalen norddeutschen Küche ut’n Meer verschrieben, die für Frische und Qualität bürgt. Dazu gehören die Hamburger Aalsuppe, der hausgemachte Heringssalat, der Seemanns Labskaus und der Hamburger Pannfisch. Darüber hinaus gibt es auch Gerichte ohne Fisch wie beispielsweise Kartoffelsuppe mit Gartenkresse, Steinpilzraviol in Tomaten-Salbei-Butter, Sauerfleisch oder Schnitzel mit Bratkartoffeln.

Zum Mittagessen statteten wir dem Restaurant der Rickmer Rickmers einen Besuch ab. Während die Kombüse unsere Bestellung von dem gebackenen Ziegenkäse, der Spaghetti mit Scampis, einer Scholle nach Büsumer Art mit Nordseekrabben, einem Hamburger Pannfisch mit Bratkartoffeln und einem Nordseesalat mit gebratenem Scampi-Spiess, Rotbarsch, Büsumer Krabben und Kaviarei zubereitete, half uns der äußerst aufmerksame Ober Gürel Küçük bei der Weinauswahl. Im heiter informativen Gespräch erfuhren wir von ihm, dass die Rickmer Rickmers hauseigene Sonderabfüllungen des Hamburger Rotspons und eines Rieslings anbietet. Diese Weine haben wir auch gleich probiert. Der Rotspon präsentierte sich uns als ein trockener und vollmundiger Rotwein. Er stammt von altehrwürdigen Weinbergen der Cotes Catalanes aus Süd-Frankreich, die Reifung und Abfüllung erfolgt traditionell, wie es sich für eine Hansestadt gehört, im Hamburger Fasskeller. Der leichte Riesling von dem Weingut Tina Pfaffmann in Frankweiler imponierte uns mit seinen mineralischen Aromen und der frischen Frucht. Beide Weine waren die idealen Begleiter zu den ausgezeichneten Gerichten.

Nach unserem kleinen Festessen haben wir uns in aller Ruhe über die Geschichte und das Leben auf der Rickmer Rickmers informiert. So erfuhren wir, dass die Rickmer Rickmers nach dem Enkel des Inhabers der Reederei benannt wurde, dessen Gestalt noch heute als Galionsfigur des Schiffes zu bewundern ist. Das Schiff transportierte Reis und Bambus aus Hongkong und Salpeter aus Chile. Im ersten Weltkrieg segelte es unter portugiesischer Flagge und beförderte Kriegsmaterial für Großbritannien, danach diente es als Segelschulschiff. Nach diesen bewegten Zeiten ist die Rickmer Rickmers endlich im Hamburger Hafen angekommen.

Es ist schon eine tolle Atmosphäre wenn man auf der Rickmer Rickmers (Google Maps) zu Gast ist. Man fragt sich: Warum in die Ferne schweifen? Wenn das Gute so nahe liegt! Hier geht es unvergesslich und urgemütlich zu, Speisen, Service und Ambiente bilden eine gelungene Einheit. Wir kommen bald wieder und bis dahin Schiff ahoi!

 

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