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Archive for Oktober 2010

Als finale Anlaufstelle unserer Champagne-Tour machten wir in dem Ort Traben-Trarbach an der Mosel einen lohnenswerten Halt. Das Jugendstilhotel Bellevue organisierte für uns eine exklusive Weinprobe für 8 Euro bei dem Winzer C.A. Haussmann anno 1559. Das Weingut C.A. Haussmann (Google Maps) liegt direkt im Herzen von Traben-Trarbach und ganz in der Nähe von der Moselpromenade, umgeben von steilen Weinbergen.

Gegen 19 Uhr begrüßte uns Herr Haussmann höchstpersönlich und erklärte uns zuerst anhand seiner Geräte und Fässer recht anschaulich die Weinherstellung. In der urigen Probierstube durften wir dann eine feine Auswahl von seinen Weinen verkosten. Gepflanzt sind seine Rebstöcke im Steilhang auf mineralhaltigem Schieferboden, hauptsächlich mit Riesling-, aber auch mit Rivaner-, Spätburgunder- und Dornfelder-Trauben. Wir haben erfahren, dass der steinige und weiche Schieferboden die Wärme optimal speichert und die Mosel gleichzeitig als Reflektor der Sonneneinstrahlung noch mal die Sonneneinstrahlung intensiviert. Diese besondere Kombination ist die Basis für die hochfeinen Weine von der Mosel. Im Familienbesitz des Weingutes C.A. Haussmann befinden sich Weinberge in den Weinlagen Würzgarten, Kräuterhaus, Königsberg und Taubenhaus. Zusätzlich gepachtet ist die Weinlage Kayser Wingert, wo 70 Jahre alte Reben stehen. 

Im Ganzen zählt die Region Mosel-Saar-Ruwer rund 5000 Winzer und das nun neuerdings Günther Jauch zu den Winzern an der Saar gehört, findet auch Herr Haussmann toll. Wie einst Alfred Biolek kurbelt nun auch Günther Jauch den Weinverkauf an und von diesem positiven Effekt profitiert auch Herr Hausmann. Anderseits erfuhren wir von ihm, dass gerade die kleinen und mittleren Winzerbetriebe zurzeit gegen den Preisdruck aus der Pfalz und dem Ausland kämpfen müssen. Zudem sinken die Förderungen für den kostenintensiven Steillagen-Anbau. Um dem Preisdruck entgegen zu wirken wird von der Weinernte bis zum Vertrieb mit Nachbarschaftshilfe alles selbst bearbeitet. Somit können die beachtlichen Weine nur bei dem Weingut C.A. Haussmann bestellt werden. Insgesamt haben wir 8 Weine von dem Weingut C.A. Haussmann probieren dürfen:

Und was Herr Haussmann so in die Flasche bringt, überzeugte uns. Besonders begeistert hat uns der handselektierte „Riesling Spätlese trocken 2009“ aus der Steillage vom Würzgarten. In der Nase  schon eine bemerkenswerte Frische. Der Eindruck am Gaumen ist eine angenehme Säure. Die Aromen von Pfirsich, Apfel, Zitrone sowie die würzig-floralen Noten mit den mineralischen Tönen berauschen förmlich. Ein Riesling der in Erinnerung bleibt. Und somit beschlossen wir davon gleich mal ein paar Flaschen für das heimische Regal zu ordern.

  

Gegen 23 Uhr musste Herr Haussmann sich leider wieder der akuten Weinernte widmen. An diesem Abend haben wir mal wieder unseren Horizont erweitert. Wir haben viel erfahren über die Weinwirtschaft an der Mosel und auch die Anekdoten, welche Herr Haussmann zwischen den Wein-Gängen uns vergnüglich auftischte, haben uns viel Spaß gemacht. Selbst über die kurze Unterbrechung von Stammkunden aus Bremen konnten wir lachen, die uns begeistert mit den Worten begrüßten: „Wir haben gerade erfahren, dass Sie aus einem Vorort von Bremen kommen!“ Zu später Stunde haben wir im Hotel noch auf das Wohl von Herrn Haussmann mit seinem Riesling Sekt Brut 2008 angestoßen. Dieser Sekt, welcher nach dem Champagnerverfahren und Abrütteln von Hand hergestellt wurde, hatte eine feinperlige und fruchtige Art und war – wie die Weinprobe – ein Erlebnis.

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Als selbst ernannte Weinliebhaber haben wir uns vorgenommen, die Wein-regionen dieser Welt zu besuchen. Zum Anfang sollte es die Champagne in Frankreich sein. Bis zu dieser Reise begossen wir mit Champagner der großen Marken die ganz besonderen Momente im Leben. Aber auf dieser Reise offenbarte sich nun eine neue Welt des Champagners. Wir kehrten spontan bei kleinen Champagnerwinzern, wie bei Champagne de Lattaignant in Hermonville, Jean Hû in Vincelles, Borel-Lucas in Étoges, Jean-Marie Salmon in Toulon-La-Montagne, Champagne Launois Père et Fils in Le Mesnil-sur-Oger ein, welche ihren Champagner schon ab 12 Euro die Flasche verkaufen. Aber auch den berühmten Champagner-Häusern von Reims (Vranken Pommery Monopole, Taittinger und Veuve Clicquot Ponsardin) bis Épernay (Moët & Chandon) haben wir einen Besuch abgestattet.

Nach persönlicher Anmeldung am Vortag fuhren zu unserer Besichtigung in Épernay zu Moët & Chandon. Überraschenderweise wurden wir sehr herzlich mit dem Charme und Witz eines Rudi Carrells von einer deutschsprachigen Holländerin empfangen. Sie begann ihre Führung mit den Worten „Wir wollen die ganze Welt“ und alles begann im Jahr 1743 als Claude Moet anfing, Wein aus der Champagne nach Paris zu exportieren. Im Jahr 1794 kaufte der Enkel des Gründers Jean-Rémy Moet das Kloster Hautvillers, in dem der Mönch Dom Pérignon den Champagner mit erfunden hat. 1799 begann Moet & Chandon Napoleon mit Champagner zu beliefern, er sagte über den Champagner: „Nach dem Sieg verdienst du ihn, nach der Niederlage brauchst du ihn.“ 1832 erweiterte Jean-Rémy Moet den Firmennamen um den Namen „Chandon“, da er die Hälfte des Unternehmens an seinen Sohn und seinen Schwiegersohn Pierre-Gabriel Chandon übergab. Und bis heute ist Moet & Chandon der offizielle Lieferant der Königshäuser Europas.

Susan erklärte uns, dass anders als beim Wein, der Champagner nicht einfach aus einem Jahrgang sondern aus verschiedenen Jahrgängen und Reblagen gewonnen wird. Jedes Champagnerhaus hat seine eigene Rezeptur. Zum Weingut Moet & Chandon gehören um die 1000 ha Rebfläche der Champagne. Moet & Chandon kauft aber auch von anderen Winzern der Champagne zusätzlich Weintrauben ein.

 

Der Champagner wird aus den Chardonnay, Pinot-Noir (Spätburgunder) und Pinot-Meunier (Müllerrebe oder Schwarzriesling) Trauben gewonnen. Wie ein Künstler bedient sich der Kellermeister aus dem Weinreservoir verschiedener Jahrgänge, Traubensorten und Reblagen, um den stets gleichen Stil für Moet & Chandon zu kreieren. Folglich bestimmt nicht der Jahrgang über Sein und Nichtsein von Moet & Chandon, sondern die Entscheidungen des Kellermeisters. Nur in wirklich guten Jahren in der Champagne wird der Vintage (Jahrgangs-Champagner) erzeugt, diese Champagner stammen aus der Ernte eines einzigen Jahres. 

Nach dieser Einführung folgte die Besichtigung des Kellers. Vor unseren Augen wurde eine Tür aufgeschlossen, unter welcher eine lange Treppe in den Keller führte. Wir gingen in den Keller hinab und durften nun einen Teil davon besichtigen. Innerhalb des Kellers fuhren die Mitarbeiter mit Elektrofahrzeugen an uns vorbei.

Unsere Champagner-Führerin Susan erklärte uns, dass nur der Wein, welcher in der Champagne unter streng festgelegten Regeln angebaut und gekeltert wird, sich Champagner nennen darf. Neben dem genau abgegrenzten Anbaugebiet werden beispielsweise die Pflanzdichte, die Handlese und die sofortige Pressung vorgeschrieben. In der Herstellung gleicht der Champagner ansonsten einem Winzersekt: Wie beim Sekt handelt sich auch beim Champagner um einen Schaumwein, der seine Kohlensäure durch die zweite Gärung in der Flasche erhält. Er wird ebenfalls gerüttelt und degorgiert. Außerdem erhält er eine Dosage.

Zum Ende unsere Führung und im Andenken an Dom Périgon, welcher beim ersten Glas Champanger rief: „Ich trinke Sterne“, erhoben wir gemeinsam mit Susan ein schönes Glas Brut Impérial Rosé Champagner von Moet & Chandon und sahen auch für einen kurzen Moment die Sterne. Diese Führung durch den Keller mit einem Glas Champagner kostet übrigens 15 Euro.

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„In München steht ein Hofbräuhaus …“ naa, net in München, in Hamburg a, oiso noach a mol „In Hamburg steht ein Hofbräuhaus, oins, zwoa, g’suffa …“ ja, so is Recht! Ja, liabe Leut, beizeitn sind wir füa a anständige Maß in das zünftige Hofbräuhaus an der Alster eigekehrt. Hia is de Welt noch in Oadnung, da habn die Buam noch de krachlederne Hosn und die Madeln a fesches Dirndl an und die Gerichte wia beispuisweise de tellergroßen Schnitzel, de riesigen Eisbeine oda de echtn Weißwürste mit Brez´n san`s heftig deftig. Das Bier stammt selbstverständlich aus der Original Hofbräu Brauerei in München.

Johimmiherrschoftszeitengreidzgrudzefix, endli hobn mia uns am Freidogobnd nach Feierobnd im Höfbräuhaus an der Alster folgende Schmankerln gegönnt: a abgebräunter Leberkäs mit einem Spiegelei unda Kartoffelsalat in Essig & Öl, zwoa Tiroler Käsespätzle mit Röstzwiebeln unda gemischtem Salat unda a Schweizer Wurstsalat mit roten Zwiebeln unda Emmentaler-streifen. Eiso zua den Speisn, sogen mia mol is need schlecht gmocht, obba mei, ma konns hoid noacha a bissl bessa mocha. De herzhoftn Grundlagen für die Moß Bier hobn zwischen 7 und 9 Euro gekostet und de Hofbräu Original Maß kostet 7,20 Euro. Unda selbst mit mehreren holben Maß Alkoholfrei Hofbräu Weissbier für 3,80 Euro hattn wir a Supa-Gaudi, jawohl. Unda obwohl des Hofbräuhaus gerammelt voll war, behielt unsa herziger Kellner immer a wohlwollendes Auge auf uns. Standesgemäß wurde unsa Festessen von da boarischn Live-Band untermalt, des woa schee.

Zua echt herrli boarischn Musi hobn mia auf unsan Bierbänken gschunkelt und ob 22 Uhr gab es koa Halten mehr: Im überdachten Biergarten tanztn die Leut dicht beiander auf der Tanzflächen. Joi mei, füa a Gaudi nach der boarischn Brauchtum is des Hofbräuhaus an der Alster (Google Maps) sehr zua empfehln, aba aa hia musa voaobb reserviert werdn. In diesem Sinne a Prosit auf die Gemütlichkeit, recht herzlichn Dank von de Saupreissn und auf Wiederschaun!

 

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Die Bretonen von der stürmischen Halbinsel des nordwestlichen Frankreichs haben sich durch widrige Naturverhältnisse nie schrecken lassen. In der Blüte der Hochseefischerei im 19. Jahrhundert segelten sie bis Island, aber auch Nordafrika und Südamerika scheuten sie nicht. Hamburg ist seit 1998 von einem kleinen furchtlosen Kreis von Bretonen erfolgreich kulinarisch erobert worden. Im Haus der Bretonen (bretonisch: Ti Breizh) wird die Regionalspezialität der Galette mit Finesse kreiert. Der Galette – ein dünner und krosser Pfannkuchen aus Buchweizen – wird in herzhaften Variationen serviert. Neben dem Galette werden auch Gerichte wie die bretonische Fischsuppe, eingelegte Sardinen, Salate und natürlich die süßen Weizen Crêpes angeboten. Die Köche haben ihr Metier in der Bretagne gelernt und sind selbst Bretonen. Die Zutaten für die Gerichte werden sehr sorgfältig aus der Hamburger Region ausgewählt und ein großer Teil der Produkte wird sogar aus der Bretagne importiert.

An unserem Abend wählten wir den Galette Estivales mit warmem Ziegenkäse, Honig, Cassis-Zwiebelkonfitüre und Salat, den Galette Savoyarde mit Weißweinkartoffeln, luftgetrocknetem Schinken, Raclettekäse und Salat, den Galette Gourmande mit Kochschinken, Spiegelei, Käse, Sahne-Champignons und Tomatensauce und einen Galette Bergère mit warmem Ziegenkäse, luftgetrocknetem Schinken, Walnüssen und Salat. Die bestellten Galettes kosten zwischen 8 bis 9 Euro und waren einfach superb. Als Begleitung ernannten wir den herben Cidre Val de Rance mit nur 5% Alkohol in der traditionellen Keramiktasse. A la bonne heure ging es auch beim Dessert weiter in Form des Crêpe Sauce de chocolat amer »Valhrona« fait maison, kurz einen Crêpe mit hausgemachter Zartbitter-Schokoladensauce. Und den Crêpe au sucre flambées, welcher exzellent am Tisch mit Grand-Marnier flambiert wurde. Dazu gab es Café au Lait, Espresso und den bretonischen Calvados Fine de Bretagne, welcher aus dem Cidre destilliert wird. Dass es an unserem Platz am undichten Fenster zog, störte unseren Gesamteindruck nur minimal.

Wer wie die passionierten Mitarbeiter des Tri Breizh ein geringeltes Oberteil haben möchte, kann sich gleich rechts neben den Eingang in der La Boutique de la Mer seemännisch einkleiden lassen. Stilecht wird hier das bretonische Label Saint James, sowie die Labels Leminor Grammatico, Guy Cotten, Rivalin, Mat de Misaine, Fileuse d’Arvor, Colas offeriert.

 

Das strahlend weiße Ti Breizh residiert auf 2 Ebenen im alten Kaufmannshaus aus dem Jahr 1700 in der historischen Deichstr. 39. Besonders idyllisch kann der Gast im Sommer auf dem schönen Ponton am Nikolaifleet dinieren. Übrigens mittags hat es die arbeitende Bevölkerung in der Hamburger Altstadt gut. Das Ti Breizh bietet ein wechselndes Mittags-Menü von 12 bis 15 Uhr für 8,20 Euro an. Zudem werden im Ti Breizh regelmäßig Werke von unterschiedlichen Künstlern ausgestellt. An unseren Abend hingen ausgesuchte  Bilder u.a. von Betty Kleemiss an den Wänden. Unser Fazit über das Ti Breizh (Google Maps) ist, das es ein sehr geschmackvolles Restaurant mit einem einzigartigen rustikalen maritimen Flair ist. Dies haben schon viele andere Gäste vor uns festgestellt. Daher sollte der Tisch mindestens eine Woche vorher reserviert werden. Au revoir et à bientôt…

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