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Archive for Mai 2011

Am Eingang zum Ristorante Osteria hängt ein dezentes Schild vom Guide Michelin. Aha, eine Empfehlung von dem wohl weltweit einflussreichsten Restaurantführer. Wir sind gespannt und am Ende des Abends mit der Bewertung vom Guide Michelin auch einverstanden. Aber von vorne: Im Ristorante geht es trotz des hohen Anspruchs jenseits des Pizza- und Pasta-Mainstreams entspannt zu. Die Atmosphäre ist gemütlich-familiär. Das liegt vielleicht an der rustikalen Einrichtung: Rot-weiß karierte Tischdecken auf dunklen Holztischen und zahlreiche Fotografien an den holzvertäfelten Wänden; einzig Stoffservietten verraten, dass hier fein diniert wird.

Unser Dinner begann mit schwarzen Oliven, Brot und einer mild-scharfen Karottencreme. Weiter ging es mit einem übersichtlichen Teller – auf unseren Wunsch ohne Meeresfrüchte – von kleinen Antipastivariationen für 10,50 Euro. Auf dem Teller befanden sich marinierten Artischocken und Paprikastreifen, Kalbfleisch mit Sauce, Mozzarella mit Tomate, Hackfleischbällchen mit Kartoffelsalat und eine Gemüse-Quiche. Als weitere Vorspeise wählten wir eine fruchtige Tomatensuppe mit Gin für 5,90 Euro, wobei sich der Gin vornehm zurückhielt. Was dann weiter auf den Tisch ankam war makellos. Besonders das Spargel-Menü für 39,50 Euro hat es einem von uns besonders angetan:

 

 Spargel-Menü

Teigtaschen mit Spargel-Trüffel-Sauce

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Seeteufelmedaillons auf Spargelragout

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Mousse au Chocolat & Mascarponecreme mit frischen Früchten

 

Virtuos in Optik und Zusammenstellung konnten die Hauptgerichte überzeugen. Die Kalbsleber nach venezianischer Art mit Zwiebeln, Kartoffeln und blanchierten Gemüse für 19 Euro war auf den Punkt gebraten. Zu den gegrillten Lachsscheiben für 11 Euro darf der Gast sich die Beilage selbst aussuchen. Unser Gutachter wählte ein Pfund Spargel mit Kartoffeln und zerlassener Butter für 16,50 Euro aus und war sehr zufrieden mit seiner Wahl. Das letzte Hauptgericht, die Fettuccine mit grünem & weißem Spargel für 11,50 Euro waren ebenfalls gekonnt zubereitet. Der letzte Gang rundete dann unser Dinner ab. Das Mousse au Chocolat und Mascarponecreme mit frischen Früchten vom Menü waren ebenso ein Genuss wie der kleine überschaubare Käseteller mit 4 verschiedenen Käsesorten, Obst, Senfsauce und einer Cranberry-Marmelade für 8,50 Euro.

Perfekt war das Timing, in dem die Gänge auf den Tisch kamen und der Service war charmant und aufmerksam, selbst als die Osteria bis auf den letzten Platz besetzt war. Und als ich eine Vorspeise als Hauptgericht bestellte, weil ich kein vegetarisches Hauptgericht auf der Karte gefunden habe, wurde nicht das Gesicht verzogen und vorwurfsvoll in die Runde geschaut! Zum Schluss hat uns die Chefin sogar noch auf einen Digestif eingeladen. Zur Auswahl standen beispielsweise ein Prosecco, Limoncello, Grappa oder auch ein Espresso.

Unser Resümee zum Ristorante: Ein bisschen „Reich und Schön“ und ein bisschen „Rote Rosen“ beflügeln die  Osteria  zum Dolce Vita. Kein Wunder, dass sich die Lüneburger High-Society mit dem Segen vom Guide Michelin in der Osteria (Google Maps) gerne zu High-Class-Preisen trifft.

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Das Pane e Tulipani ist ein kleines und feines Restaurant, welches eine gehobene italienische Küche anbietet. Es liegt zwischen dem Hauptbahnhof und den Deichtorhallen. Die Karte ist angenehm übersichtlich und bietet eine schöne Auswahl von klassischen und kreativen Gerichten an.  Die Innenein-richtung wurde von den Hamburger SHE-Architekten konzipiert. Der Raum des Pane e Tulipani ist hoch und schlicht gestaltet worden, sieht man mal von dem Meer der strahlenden Kronleuchter an der Decke ab. Schwarze Bänke, weiße Tische und die Stühle „Plastic Chair“  von Charles und Ray Eames sind akkurat aufgestellt und an den Wänden hängen zeitgenössische Kunst-werke. Gegenwärtig werden Bilder aus dem Jahr 2008 von der Ausstellung „Traumfrauen“ aus dem Haus der Photographie der Hamburger Deichtor-hallen  ausgestellt.

Dieses puristische Interieur gibt dem Restaurant einen Hauch von spätrömischer Dekadenz, dessen Charme selbst ein Guido Westerwelle sich nicht entziehen könnte. Neben den stylischen Gästen aus der Kunstszene finden sich auch ganz normale Menschen ein.

Unsere erste kulinarische Begegnung im Pane e Tulipani begann mit einer Flasche Blanc de Noir aus der Pfalz. Dieser Weiswein mit rosé-golden Schimmer hatte eine  herbe Frische und einzigartige Aromen von roten Beeren. Dazu wurde uns ein herrlich  knusprig-dünn geröstetes Brot mit Meersalz und Rosmarin serviert. Es folgte ein erfrischender Gruß aus der Cucina in Form eines Mini-Rhabarbersüppchens. Wenig später rauschte der Herr Ober stolz mit der Antipasti della Casa für 13,50 Euro an. Dieses kulinarische Kunstwerk bestand aus einer Garnele, Parma-Schinken mit Melone, einem Wachtel-Spiegelei, Cocktailtomaten mit Mozzarella, gratinierten  Muscheln, gefüllten Champignons und Auberginen.

Und als wir dachten: Besser geht`s nicht, trafen die Hauptgerichte an unserem Tisch ein:

  • Geometrische Ravioli gefüllt mit marinierten Orangen-Ingwer-Ricottakäse in Safran-Sud und Tigergarnelen für 15,50 Euro
  • Linguine aus dem Parmesan mit schwarzem Trüffel für 16 Euro
  • Pappardelle mit Lammragout und geschmorten Ziegenkäse für 13,50 Euro

Die Tigergarnelen waren kunstvoll wie ein tanzendes Paar aus Let’s Dance mit einer essbaren Orchidee angerichtet. Allerdings wurde an den drei Ravioli gespart, da hätten es ruhig ein paar mehr sein dürfen. Denn geschmacklich war diese Liaison sensibel aufeinander abgestimmt. Dagegen wurde an den delikaten Linguine überhaupt nicht gespart. Unvergesslich hobelte der schlagfertige und galante Herr Ober großzügig den frischen Trüffel über die Linguine. Auch die Pappardelle mit Lammragout und geschmorten Ziegenkäse waren schlicht und ergreifend fabelhaft. Den gelungenen Hauptgängen folgte dann noch eine geschmackliche Offenbarung in Form von zwei Desserts: 

  • Schokomalheur mit Vanilleeis für 8,50 Euro 
  • Rhabarber Tiramisu mit Sauerkirschen und Vanillesauce für 7,50 Euro

In der Tat die Desserts sind kein Schnäppchen, aber sie waren diese kleine Sünde wert! Zum krönenden Abschied spendierte uns der Herr Ober noch einen Sambuca mit Kaffeebohnen.

Ja, wenn so ein Szene-Italiener immer diesen Standard bietet, dann kommen wir gerne wieder. Denn das Pane e Tulipani glänzt nicht nur durch humorvolle Gastfreundschaft oder durch das aparte Ambiente, sondern ganz besonders durch seine sinnlich erfahrbare Küche. Auch wenn das Restaurant auf Anhieb nicht leicht zu finden ist, so ist das Pane e Tulipani (Google Maps) stets gut besucht und es ist ratsam, sich vorab einen Tisch zu reservieren, zumindest am Wochenende.    

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