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Archive for the ‘Hamburger Gastronomie’ Category

Also man kann ja viel von Cornelia Poletto behaupten, aber man muss zugeben, dass sie einen ausgeprägten Geschäftssinn hat. Ihre aktuelle Geschäftsidee ist ein italiensches Delikatessengeschäft mit offener Küche. Dieses Gastronomie-projekt hat sie seit Juni 2011 im gut betuchten Hamburg-Eppendorf realisiert. Die Zeitschrift Prinz, das Hamburger Abendblatt vom 30. Juli 2011 und die beiden Herren vom Feinschmecker, welche vornehmlich gepfefferte Restaurant-Verrisse in der BILD-Zeitung schreiben, sind begeistert.

Allerdings ist die Idee in Hamburg nicht ganz neu. So führt beispielsweise die sizilianische Sterneköchin Anna Sgroi neben ihrem Restaurant Sgroi im Hamburger Stadtteil St. Georg auch einen Feinkostladen.

In Hamburg-Eimsbüttel hat sich Trattoria Fadda mit seinem Feinkostgeschäft etabliert, welches Lebensmittel und Weine aus Sardinien anbietet. Abends lädt das Ehepaar Susanne und Fausto Fadda zum Menü oder zu Weinverkostungen ein.

Sogar der italienschen Lebensmittelgroßhändler Vincenzo Andronaco in Hamburg-Bahrenfeld und Billbrock hat in seinen Läden ein Bistro integriert. Der Supermercato mit circa 5000 verschiedenen Artikeln beliefert rund 90 Prozent aller italienischen Wirte in Hamburg und auch der einfache Privatkunde darf dort einkaufen.

Weitere Geschäfte in Hamburg, in denen italienische Lebensmittel und Wein zum Verkauf und zur Verkostung angeboten werden, sind beispielsweise Herr Rossi, Tonis Café, Mercato Piazza, Paola Alimentari, Castel Cosimo und Va Bene.

Aber nun zurück zu Frau Poletto: In ihrem neuem Refugium kann der Gast alle Zutaten kaufen, mit denen in der offenen Küche gearbeitet wird. Von Meersalz, Gewürzen, Öl, Balsamico, Pasta, Schokolade, Kaffee, Wein, Käse über verschiedene Brotsorten bis hin zu Wurst-Spezialitäten und frischen Meerestieren ist alles da. Daneben soll Frau Poletto höchstpersönlich mit Rat und Tat bei Fragen dem Gast zur Seite stehen. Bei unserem Besuch war sie allerdings gerade nicht im Haus. 

Als wir in ihrem neuen Geschäft eintraten, sind uns gleich die mediterranen Fußbodenkacheln und die schokobraunen Weinregale aufgefallen. Repräsentativ sind ihre Kochbücher im Eingangsbereich ausgestellt. Das kleine Geschäft hat für circa 30 Gäste Platz und teilt sich in zwei Bereiche auf. Auf der linken Seite steht eine dunkle Holztheke mit sechs kleinen Tischen. Auf der rechten Seite steht nur ein großer Holztisch, umgeben von Feinkostregalen, Fisch-, Aufschnitt- und Käsetheke. Rückseitig steht ein kleines Holzregal, welches mit unterschiedlichen Brotsorten bestückt ist. Und dahinter ist die offene Küche angesiedelt.

Auf der Speisekarte stehen sieben Gerichte. Dazu gibt es eine ständig wechselnde Tageskarte. Frühstück wird ab 10 Uhr angeboten und die warme Küche beginnt ab 12 Uhr. Dazu kann sich der Gast ein Glas 0,1l Prosecco Poletto & Dellavecchia für 7 Euro (Mitnahmepreis pro Flasche 12,50 Euro) gönnen.

Morgens um 10:30 Uhr waren wir die ersten Gäste und durften uns einen Tisch auf der linken Seite aussuchen. Zum Frühstück standen belegte Brote, verschiedene Müsli-Sorten und ein Frühstücksteller zur Auswahl.

Wir haben folgende Entscheidung getroffen:

  • Tramezzini mit Strauchtomaten, Büffelmozzarella und Basilikum für 3,50 Euro 
  • Italiensches Frühstück mit Käse und ital. Mortadella, Salami und Schinken für 10,50 Euro
  • Cappuccino für 3,60 Euro
  • Latte Macchiato für 4,00 Euro
  • San Pellegrino Mineralwasser 0,75l für 5,80 Euro

Die kleine Käseauswahl mit Robiola, Bitto, Pecorino, Ziegenfrischkäse und süßem Feigensenf war sehr lecker. Das geschnittene Weißbrot auf dem Holzbrett allerdings war schon etwas älter. Die Kaffeespezialitäten haben uns auch geschmacklich nicht gerade vom Hocker gehauen, da mehr Latte als Macchiato in der Tasse war.

Die Servicemitarbeiter sind alle auf Zack und manche haben auch einen kleinen Schelm im Nacken. Als wir noch die einzigen Gäste im Geschäft waren, wurde kurz „Last Christmas“ angespielt und unsere Reaktion gemustert. Dagegen sind die Servicemitarbeiter noch nicht allumfassend über die Produkte informiert. So musste die sehr freundliche Servicedame erst mal in der Küche nachfragen, welche Käsesorten zum Frühstück serviert werden. Oder Fragen zum Roséwein Fritz Rosé Gunderloch aus Rheinhessen, blieben unbeantwortet, da auf dem Etikett wenig Informationen vorhanden sind. Andererseits ist es aber auch sehr angenehm, dass die Produkte den Gästen nicht aufgedrängt werden.

Außerdem ist auf die Diskretion der Servicemitarbeiter Verlass. Als ein Gast die Schlagzeile der ausliegenden Bild-Zeitung betrachtete und einen Servicemitarbeiter nach seiner Meinung fragte, ob es sich denn bei dem 70jährigen Fritz Wepper und seiner 34-jährigen Freundin Susanne Kellermann tatsächlich um Wahre Liebe handelt, war der Servicemitarbeiter im ersten Moment zwar verdutzt, hat es aber dann für durchaus möglich gehalten und sich auf keine weitere Diskussion zu diesem Thema eingelassen.

Der einzige Makel an Frau Polettos neuem Geschäft ist, dass es keinerlei Hinweise zur Entstehung der tierischen Produkten gibt und auch die Servicekräfte keine Auskunft zur Haltung und Fütterung oder zu den Herstellungsverfahren der Produkte geben konnten, kam ein unangenehmer Nachgeschmack auf. Seit Cornelia Poletto Werbung für die industriell gefertigte Fleisch-Produktserie „Herta Natürlicher Genuss“ macht, ist ihre Glaubwürdigkeit ramponiert. Dieses Produkt aus der Massentierhaltung wird mit fragwürdigen Inhaltsstoffen, wie beispielsweise dem Konservierungsstoff Natriumnitrit und Stabilisatoren Diphosphat und Triphosphat behandelt. Diese Stabilisatoren erhöhen das Wasserbindungsvermögen und verleihen dem Schinken eine höhere Schnittfestigkeit und optimieren seine Farbe. Was somit bleibt, ist ein gewisses Misstrauen gegenüber den hochpreisigen Waren.

Obwohl Frau Poletto gar nicht da war, hat sie uns zum Nachdenken angeregt. Wir haben noch lange über kulinarische Qualität und gesellschaftliche Verantwortung in der eigenen Küche und in den Gastronomiebetrieben diskutiert. Fazit ist, dass man als Konsument nicht nur prominenten Köchen oder Moderatoren vertrauen darf. Sondern lieber mutigen Menschen Aufmerksamkeit schenken sollte, die sich nicht in die finanzielle Abhängigkeit von mächtigen Lebensmittelkonzernen begeben, wie beispielsweise Foodwatch-Gründer Thilo Bode oder den Betreibern von peta, Greenpeace oder Slow Food in Hamburg. Außerdem sind die Bücher von Anthony Bourdain , das Buch In Teufelsküche von Jörg Zipprick und das Buch von Tiere essen von Jonathan Safran Foer zur Pflichtlektüre ernannt worden, auch wenn es hart wird!

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Direkt am Hamburger Hafen, zwischen Landungsbrücken und Michel liegt das Portugiesenviertel. Hier hat sich in den letzten Jahren eine mediterrane Gastromie etabliert. Viele kleine portugiesche, spanische und auch italienische Restaurants reihen sich dicht aneinander. Und wer im Urlaub in Portugal den Galão (Espresso mit warmer Milch) kennen und lieben gelernt hat und diesen in Hamburg auch nicht mehr missen möchte, kann ihn weiterhin im Café Sul genießen. Dieses einfache, aber sehr authentische Café steht für portugiesische Spezialitäten und bietet vom Galão mit Pastéis de Nata (Mini-Puddingtörtchen)bis hin zu Tapas und Tortilla alles was das Herz der portugiesch-en Hausmannskost begehrt. Die kleinen Delikatessen und den Galão To Go kann man auch zum Mitnehmen an der Theke kaufen.

Wir haben uns bereits in den frühen Morgenstunden zum Frühstück im Café Sul getroffen. Zur Auswahl standen uns diverse Frühstücks-Menüs und belegte Brötchen, Baguettes, portugiesche Croissants oder auch Bagels.

Unsere Wahl fiel auf zwei unterschiedliche Menüs:

Menü 2 für 3,00 Euro: 1 Brötchen, 1 Croissant, Butter, Honig und Marmelade

Menü 9 für 5,90 Euro: 1 Brötchen, 1 Vollkornbrötchen, 1 Croissant, Butter, Marmelade, Käse, gekochten Schinken, Chorizo, Salami, 2 Rühreier mit Speck

Aufgepimpt haben wir unser Frühstück mit einem kleinem Galão für 1,90 Euro und einem Glas Prosecco für 3,00 Euro. Die weichen Brötchen schmeckten gut und die portugieschen Croissants, welche mit sehr wenig Butter gebacken werden, waren echt riesig. Der Aufschnitt wie der gekochte Schinken oder Käse schmeckten ein wenig fad. Dagegen hatte der Galão genau unseren Geschmack getroffen. Und während unseres Aufenthalts waren wir immer von den sehr aufmerksamen Damen vom Service umgeben. Die kulinarische Entdeckung sind jedoch die hausgemachten Pastéis de Nata, welche wir uns noch für den Heimweg mitgenommen haben. Diese kleinen Mini-Puddingtörtchen waren sehr cremig, weich und leicht und schnell weg. Deswegen gibt es auch keine Fotos!

Der Inhaber des Café Sul José Sequeira ist nach Angaben der Hamburger Morgenpost vom 12.06.08 der größte Pastéis de Nata-Produzent in Hamburg. Allein in Hamburg beliefert  er rund 30 Cafés, bundesweit sind es noch einmal so viele. Sein Ziel ist es genauso gute Pastéis de Natas zu backen wie in der berühmten Pasteis de Belém in Lissabon. Außerdem führt er gemeinsam mit seinen Söhnen den Großhandel Sul Portugal für südländische Waren in Wilhelmsburg. Mit den Jahren kamen  noch das portugiesche Restaurant D.José , die Pizzeria Cia Ana und das Café Coffe&Cakes im Portugiesen-viertel hinzu und 1999 eröffnete José Sequeira das Café Sul.  

Von all den vielseitigen gastronomischen Betrieben und dem stressigen Alltag hinter den Kulissen ist in dem Café Sul (Google Maps) nichts merken. Im Gegenteil die Atmosphäre ist entspannt und bei gutem Wetter sitzt man vor der Fensterfront auf dem Bürgersteig und kann das rege Treiben des Viertels beobachten. Das ist schon ein einmaliges portugiesches Flair in Hamburg, welchem man in der Tat nicht widerstehen kann.

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Das Pane e Tulipani ist ein kleines und feines Restaurant, welches eine gehobene italienische Küche anbietet. Es liegt zwischen dem Hauptbahnhof und den Deichtorhallen. Die Karte ist angenehm übersichtlich und bietet eine schöne Auswahl von klassischen und kreativen Gerichten an.  Die Innenein-richtung wurde von den Hamburger SHE-Architekten konzipiert. Der Raum des Pane e Tulipani ist hoch und schlicht gestaltet worden, sieht man mal von dem Meer der strahlenden Kronleuchter an der Decke ab. Schwarze Bänke, weiße Tische und die Stühle „Plastic Chair“  von Charles und Ray Eames sind akkurat aufgestellt und an den Wänden hängen zeitgenössische Kunst-werke. Gegenwärtig werden Bilder aus dem Jahr 2008 von der Ausstellung „Traumfrauen“ aus dem Haus der Photographie der Hamburger Deichtor-hallen  ausgestellt.

Dieses puristische Interieur gibt dem Restaurant einen Hauch von spätrömischer Dekadenz, dessen Charme selbst ein Guido Westerwelle sich nicht entziehen könnte. Neben den stylischen Gästen aus der Kunstszene finden sich auch ganz normale Menschen ein.

Unsere erste kulinarische Begegnung im Pane e Tulipani begann mit einer Flasche Blanc de Noir aus der Pfalz. Dieser Weiswein mit rosé-golden Schimmer hatte eine  herbe Frische und einzigartige Aromen von roten Beeren. Dazu wurde uns ein herrlich  knusprig-dünn geröstetes Brot mit Meersalz und Rosmarin serviert. Es folgte ein erfrischender Gruß aus der Cucina in Form eines Mini-Rhabarbersüppchens. Wenig später rauschte der Herr Ober stolz mit der Antipasti della Casa für 13,50 Euro an. Dieses kulinarische Kunstwerk bestand aus einer Garnele, Parma-Schinken mit Melone, einem Wachtel-Spiegelei, Cocktailtomaten mit Mozzarella, gratinierten  Muscheln, gefüllten Champignons und Auberginen.

Und als wir dachten: Besser geht`s nicht, trafen die Hauptgerichte an unserem Tisch ein:

  • Geometrische Ravioli gefüllt mit marinierten Orangen-Ingwer-Ricottakäse in Safran-Sud und Tigergarnelen für 15,50 Euro
  • Linguine aus dem Parmesan mit schwarzem Trüffel für 16 Euro
  • Pappardelle mit Lammragout und geschmorten Ziegenkäse für 13,50 Euro

Die Tigergarnelen waren kunstvoll wie ein tanzendes Paar aus Let’s Dance mit einer essbaren Orchidee angerichtet. Allerdings wurde an den drei Ravioli gespart, da hätten es ruhig ein paar mehr sein dürfen. Denn geschmacklich war diese Liaison sensibel aufeinander abgestimmt. Dagegen wurde an den delikaten Linguine überhaupt nicht gespart. Unvergesslich hobelte der schlagfertige und galante Herr Ober großzügig den frischen Trüffel über die Linguine. Auch die Pappardelle mit Lammragout und geschmorten Ziegenkäse waren schlicht und ergreifend fabelhaft. Den gelungenen Hauptgängen folgte dann noch eine geschmackliche Offenbarung in Form von zwei Desserts: 

  • Schokomalheur mit Vanilleeis für 8,50 Euro 
  • Rhabarber Tiramisu mit Sauerkirschen und Vanillesauce für 7,50 Euro

In der Tat die Desserts sind kein Schnäppchen, aber sie waren diese kleine Sünde wert! Zum krönenden Abschied spendierte uns der Herr Ober noch einen Sambuca mit Kaffeebohnen.

Ja, wenn so ein Szene-Italiener immer diesen Standard bietet, dann kommen wir gerne wieder. Denn das Pane e Tulipani glänzt nicht nur durch humorvolle Gastfreundschaft oder durch das aparte Ambiente, sondern ganz besonders durch seine sinnlich erfahrbare Küche. Auch wenn das Restaurant auf Anhieb nicht leicht zu finden ist, so ist das Pane e Tulipani (Google Maps) stets gut besucht und es ist ratsam, sich vorab einen Tisch zu reservieren, zumindest am Wochenende.    

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Endlich: Die Beachclub-Saison 2011 ist eröffnet. Rechtzeitig zu Ostern kann in Strandatmosphäre an der Elbe wieder relaxt werden. Direkt an den St. Pauli Landungsbrücken sind auch in diesem Jahr wieder der Hamburg City Beach Club und das Hamburg del Mar  geöffnet.

Nur ein paar Meter weiter liegt der Beachclub StrandPauli (Google Maps), hier hat man den schönsten Rundblick auf den Hafen. Die Elbe und Blohm+Voss liegen einem praktisch zu Füßen, dazu schippern gemütlich die Hafenrundfahrt-Barkassen mit Kapitän Willi vorbei, der schon seit 30 Jahren im Hafen seine Runden dreht. Im Hintergrund dröhnen die Beats aus den Docks und das beiläufige Tuten der Pötte setzen zusätzlich ein paar Endorphine frei.

Während man sich nun so vor sich hin chillt und das bloße Nichtstun hungrig macht, hält die Crew Toasts, Burger, Salate, Pizzas, Flammkuchen und Ofen-kartoffeln parat und sonntags wird ab 10 Uhr Frühstück angeboten. Das Publikum ist sehr gemischt. Einen Dresscode gibt es hier nicht, dafür ist StrandPauli viel zu entspannt und die Schickimickis und Schlipsträger werden auch nicht gedisst. Abends muss man sich schon durch eine Kolonne von gut gelaunten Menschen schlängeln, die auf das Südsee-Flair mit einer gepflegten Bier-Buddel und kühlen Cocktails anstoßen. Unser Bier zischte gut und hatte genau die richtige Temperatur.

Summa summarum: Wer dringend einen Kurzurlaub braucht, der sollte dem StrandPauli mal einen Besuch abstatten. Denn das Heyheyhey, Aloahe, gibt`s nicht nur auf hoher See!

 

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Die Amphore (Google Maps) liegt gegenüber von Blohm+Voss beziehungsweise oberhalb der River-Kasematten an der St. Pauli Hafenstraße. Draußen bietet das Café eine grandiose Aussicht in den Hamburger Hafen, auf der einen Seite bis zur Elbphilharmonie und auf der anderen Seite bis nach Finkenwerder. Und wenn in Hamburg die Sonne scheint, und das tat sie an diesem Tag, kann man woanders kaum besser sein Frühstück genießen.  

Tagsüber wird das Frühstück von montags bis sonntags von 10 bis 15 Uhr angeboten, sogar die Weißwürste mit Brezeln und süßem Senf werden serviert. Auch das französische Frühstück mit einem Croissant für 6,10 Euro oder ein Käsefrühstück für 8,10 Euro fehlen nicht auf der Karte. Es ist aber auch möglich ein ganz individuelles Frühstück mit belegten Paninis, Müslis, Ciabatta-Brötchen, Croissants und Brezeln nebst Kaffee oder Tee zusammen zustellen.

Unser Favorit ist das italienische Frühstück für 7,80 Euro. Dieses Frühstück bietet zwei Ciabatta-Brötchen, Taleggio, Mortadella, Parmaschinken, Melone und Tomaten mit Mozzarella. Der Caffe-Latte für 2,80 Euro und der Prosecco für 4,00 Euro sind leider nicht im Preis enthalten. Das Frühstück ist zweifelsohne seinen Preis wert, es war einfach delikat und geschmackvoll angerichtet. Insbesondere die Ciabatta-Brötchen, die Oliven, die Tomaten und der Mozzarella mit dem frischen Basilikum haben uns überzeugt.

Zur Bedienung können wir nur sagen, dass der junge Mann sehr professionell war. Zuvorkommend, geduldig, auskunftsfreudig und stets flink unterwegs. Selbst unseren Extra-Wunsch nach ein paar Eiswürfeln für unseren Prosecco erfüllte er uns zackig mit einem charmanten Lächeln und ohne Aufpreis!

Hier kann man den ganzen Tag „Schiffe gucken“. Und mit jedem riesigen Container- und Kreuzfahrtschiff, welches an einem vorbei gleitet, können die Gedanken ganz entspannt auf Reisen gehen. In der Amphore sogar bis spät in die Nacht mit einem schönen Astra in der Hand.

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Auch wenn der Inhaber Max Reichle heißt, wird hier keineswegs deutsch gekocht, sondern karibisch-kreolisch. Er ist auf der Insel Roatan, welche zu Honduras gehört, geboren und aufgewachsen und seit gut 2 ½ Jahren betreibt er erfolgreich sein Restaurant Roatan (Google Maps) am Fischmarkt  und bringt den Hamburgern die karibisch-kreolisch Küche näher.  

Beim Eintreten tauchten wir sofort ab in ein buntes Meer aus exotischen Fischen, Wale, Kraken  und Korallen. Die ganzen Wände sind mit extravaganten Unterwassermotiven gestaltet, an den Decken hängen leuchtende Feuerquallen oder Kugelfische. Dazu strahlten zusätzlich Lampen Wellen-Strukturen auf die Wände. Und die urigen Bambus-Möbel und die karibischen Rhythmen runden das real good Caribbean Feeling ab.

Zum Einstieg gab es erstmal ein paar Cocktails. Die Karte bietet wirklich viele tropische Cocktails mit witzigen Namen an, wie zum Beispiel: Calambre Muskelkrampf, Drungen Dragqueen, Flying Kangaroo, I am Black – I am Cool – I am the Love Maschine. Da waren wir schon schwer begeistert und schmecken taten die Cocktails auch noch! Doch dann brauchten wir eine vernünftige Grundlage. Folgende Gerichte wählten wir von der bunten Speisekarte aus:

  • Chicken in Peanut: Hähnchenburst gegrillt in einer Erdnuss Sauce mit Reis und Gemüse in einer Kokosnuss-Sauce für 10,95 € (kleine Portion)
  • Chicken in Maracuja Chutney: Gegrilltes Hähnchenbrustfilet mariniert in Adobo, in einer Maracuja-Chutney-Sauce mit Reis und gedämpftes Gemüse in einer Kokosnuss-Sauce für 13,95 € (normale Portion)
  • Veggies Mixx Platter: Gemüse in Kokosnuss-Sauce mit Reis, Bananenchips und Yucca Maisbällchen für 11,50 €
  • Pikant Fajitas Habernos: argentinische Rinderfiletstreifen mariniert in Fajitas, Habanero-Chili, Bohnenmus Reis und Tortilla für 16,00 €
  • Caribbean Dream Grill Teller: Hähnchenbrustfilet, argentinisches Rinderfilet, Red Mullet Fischfilet, Scampis, Reis, Yucca Toststones mit Gemüse in einer Kokosnuss-Sauce für 45,00 € (2 Personen)                     
  • Dessert Tres Leches: Vanille-Kuchen in verschiedenen Milchsorten für 4,00 €

Die Hauptgänge wurden uns fast gleichzeitig serviert und waren einfach sensationell. Das Hähnchenfilet, Rinder-filet und das Red Mullet Fischfilet waren auf den Punkt gegart und der Reis war schön kernig. Das Maracuja Chutney war unbeschreiblich fruchtig und auch das knackige Gemüse wie beispielsweise die Zuckerchoten in der dezenten Kokos-nuss-Sauce trugen zu einer raffinierten Süße bei. Die Marinadenmischung Adobo aus Chilischoten, Tomaten und Gewürzen war gekonnt zubereitet. Die Fajitas mit Habanero-Chili hatte eine gut verträgliche Schärfe und die Aromen von süß, fruchtig, scharf bis pikant wechselten sich harmonisch ab. Selbst die Yucca Maisbällchen und die Bananenchips waren eine angenehme Horizonterweiterung.  Insgesamt war für uns die Kombination der Zutaten ungewohnt, aber all das passt beispiellos gut zusammen. 

Aber was war mit unserem Kellner los? Er machte auf uns einen zerstreuten und erschöpften Eindruck. Als wir nach getrennten Rechnungen fragten, reagierte er erstaunt, aber ist umgehend auf unseren Wunsch eingegangen. Außerdem stimmte die Rechnung nicht. Ein Gericht war zu unserem Nachteil, der Kaffee hingegen zum unserem Vorteil berechnet worden. Er entschuldigte sich sofort und rechnete die richtigen Preise ab. Erst auf unsere Nachfrage erklärte er uns, dass gerade heute ein Kollege vom Service fehlt und ihm deshalb die Fehler unterlaufen sind und dass er auch deswegen uns nicht die volle Aufmerksamkeit schenken konnte. Zum Abschied spendierte er uns dann auch noch einen fruchtigen Schnaps aufs Haus und wir tranken versöhnt auf sein Wohl.

Von den Cocktails und dem abgefahrenen Ambiente leicht berauscht schossen wir noch ein paar Erinnerungsfotos mit dem Küchenchef. Dabei ergriff er auch gleich die Gelegenheit uns zu fragen, wie uns das Essen gefallen hat. Nach unserer Lobeshymne erzählte er uns voller Stolz, dass er die Gewürze und den Fisch aus der Karibik bezieht. Und als wir hoch und heilig versprachen wieder zu kommen, gab es von ihm auch noch mal eine Runde Schnaps aufs Haus.

Das Schöne war zum Abschluss: Man hatte das Gefühl, dass sich die Crew wirklich freute, dass wir da waren! Somit ist das Roatan für mich eine karibische Unterwasser-Oase mitten in Hamburg in der man wunderbar für ein paar sorglose Stunden abtauchen kann…

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Nicht weit vom prominentesten Wochenmarkt Hamburgs, den Isemarkt, befindet sich das zweite Wohnzimmer der Eppendorfer das Petit Café (Google Maps). Das Café ist hauptsächlich berühmt für seinen hausgemachten Streuselkuchen und sein Frühstück mit feinen Kaffeespezialitäten. Hier wird sogar noch ein Kännchen Kaffee auf den gebügelten Tischdecken serviert. Die Einrichtung erinnert an Omas gute alte Kaffeestube. Das Besondere sind die kleinen Dinge, die einem erst nach mehrmaligem Hingucken auffallen, sowie die frischen Blumensträuße, das buntgemischte Geschirr oder die großen Zuckerdosen aus Porzellan.

Wir statteten an einem Sonntagmorgen dem Petit Café einen Besuch ab. Schon beim Eintreten strömte uns zuerst der betörende Duft von frisch gebackenem Streuselkuchen entgegen. Sehr aufmerksam wurden wir von einem jungen Ober in Empfang genommen und geschickt an unseren reservierten Tisch manövriert. Von unserem Tisch aus hatten wir einen direkten Einblick in die offene Küche und konnten somit dem Koch beziehungsweise dem talentierten Patissier bei seinem Handwerk über die Schulter schauen. Seit 7 Uhr morgens backte er am laufenden Band den berühmt berüchtigten Streuselkuchen.

Zur Auswahl stand uns zum einen ein Frühstück mit einem Getränk für 9,00 Euro (mit gekochtem Ei für 9,50 Euro), zum anderen ein Croissant mit Konfitüre und Butter für 2,50 Euro oder einfach belegte Brötchen. Und auf Wunsch gibt es die aktuelle Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung während des Aufent-haltes noch dazu. Eine Tischkarte gibt es nicht, dafür haben die aufgeweckten Herren die Karte im Kopf und im Eingangsbereich hängt zusätzlich die aktuelle Karte aus. Wir entschieden uns alle für ein Frühstück mit Aufschnitt und Brötchen. Auf unserer Aufschnittsplatte für 5 Personen befand sich Schinken und Mettwurst mit grünen Salat und die Käseplatte war mit Frischkäse und frischen Orangen garniert. Die 5 Weizenbrötchen und die 5 dunklen Brötchen mit Kernen waren schön warm und kross, dazu wurde uns Butter mit einem Pott Himbeermarmelade gereicht. Obendrein gönnten sich einige von uns noch ein schönes Glas Orangensaft für 3,40 Euro. Das Frühstück war zwar einfach, aber vollkommen ausreichend und von besonderer Qualität. Einige von uns konnten nicht widerstehen und bestellten sich noch ein Stück Streuselkuchen für 2,50 Euro mit schwarzen Johannisbeeren und ein Stück mit Äpfeln. Die beiden Stücke kamen direkt vom warmen Kuchenblech und waren wirklich großzügig portioniert. Beide waren einfach grandios, deliziös, köstlich…

Und wer auch zuhause nicht mehr auf Omas Konditorenhandwerk verzichten möchte, kann den hausgemachten Streuselkuchen sogar mit nach Hause nehmen. Besonders an dem Petit Café ist auch die Art der Bezahlung. Der Gast bekommt von dem galanten Ober die Rechnung und geht dann zum Bezahlen an den Tresen zu einer eleganten Dame mit einem gewissen hanseatischen Understatement.

Das Petit Café ist für uns ein Ort, wohin man Freunde oder die liebenswerte Verwandtschaft am Besten zu Kaffee und Streuselkuchen ausführt, so dass man auch der Familie mal etwas richtig Schönes bieten kann. Aber, Obacht: Das kleine Petit Café gilt nicht nur unter den Eppendorfern als Geheimtipp!

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