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Archive for the ‘Erlebnis’ Category

Das Imperial Theater  auf der Reeperbahn ist seit Jahren eine sehr erfolgreiche Krimibühne und zeigt von spannenden Klassikern bis zu Krimikomödien alles, was das Herz eines Krimifans begehrt. Fester Bestandteil des Programms sind Stücke von Edgar Wallace und Agatha Christie wie „Die seltsame Gräfin“, „Der schwarze Abt“ oder „Die Mausefalle“. Zusätzlich gastiert das Ensemble des Imperial Theaters fast jeden zweiten Sonntag direkt gegenüber vom Hamburger Hauptbahnhof im Krimi-Salon des Maritim Hotel Reichshof (Google Maps). Während ein Vier-Gänge-Menü zwischen den Akten serviert wird, sitzen die Schauspieler mit am Tisch und unterhalten auf humorvolle Art und Weise die Gäste.

Der Abend begann um 18 Uhr mit einem Sektempfang in der Lobby des Hotels. Danach wurden wir in den Speisesaal geführt und an unserem Tisch mit Namenskärtchen platziert. In unserem Fall spielt die Story „Serienmörder“ in dem New Yorker Penthouse von Hugh Forsyth dargestellt von Janis Zaurins, dessen Erscheinungsbild zuerst an Hape Kerkeling erinnerte. Mit Hilfe des fettfreien Puddingpulvers ist der exzentrische Millionär reich geworden. Er ist der Sponsor der Seifenoper „Kerzen im Wind“ und lud sein Ensemble und uns zu einem Dinner ein. Nach seiner außergewöhnlich rührenden Begrüßungsrede und dem ersten Glas Roséwein trafen nacheinander die illusteren Darsteller der Seifenoper „Kerzen im Wind“ ein und nahmen Platz. Wir hatten die Ehre mit dem charismatischen Dr. Bassiter an einem Tisch zu sitzen.

Es dauerte nicht lange und an unserem Tisch gab es den ersten Szenenapplaus für Jessica Neumann, die auf herzzerreißende Weise die schmachtende Assistentin Mrs.Collins mimte und Jens Andresen alias Dr. Bassiter, welcher die amourösen Annäherungsversuche von Mrs. Collins beherzt erduldete. Das traute Beisammensein wurde empfindlich durch den Mord an der herrlich fiesen Mrs. Gardiner, dargestellt von Natascha Grüttner, gestört. Aber davon ließen wir uns den Appetit nicht verderben. Der Jahreszeit entsprechend wurde uns ein weihnachtlichtes Menü zwischen den Akten serviert:

1. Kleines Linsentimbale und Linsensalat mit Gänseleber an Mostbirnen-Essig 2. Klare Geflügelconsommé mit Backpflaumen 

       3. Gänsebraten „Classic“ aus dem Ofen mit gefülltem Apfel,
Rotkraut und Kartoffelkloß

4. Warmes Gewürzsoufflé mit Cranberry-Eis und weißer Zimtsoße

Der Roséwein Eichstetter Herrenbuck, Spätburgunder Weißherbst 2008 aus Baden und der Rotwein Château Lamargue, Costières de Nîmes 2005 aus dem Languedoc Roussillon vervollständigten den exquisiten Leichenschmaus. Und die Qualität des Services stand um nichts nach! Das Personal schenkte unaufgefordert Wein nach und brachte Brot, wenn es zur Neige ging, servierte perfekt auf und ab und blieb stets unaufdringlich.

Auch der nostalgische Charme des Speisesaals regte unsere Fantasie an. Nicht nur das Art Déco Interieur, sondern auch die feudalen Kronleuchter versetzten uns in die glamouröse und knallharte Welt des amerikanischen Show Business. Mit viel wohltuenden Wein und standesgemäßen Delikatessen kamen wir der Wahrheit über die Ermordung von Mrs. Gardiner näher. Vor dem vierten Gang wurde der Mörder gefasst und nach der sensationellen Auflösung belohnten die Gäste das Ensemble des Imperial Theaters mit großem Beifall und stehenden Ovationen.

Die Schauspieler zeigten uns die sympathischen Abgründe ihrer Charaktere und machen das einfache Stück so zu einem spannenden Katz-und-Maus-Spiel. Neben den witzig-pointierten Wortgefechten zwischen den Darstellern stimmen auch die Kostüme im Stil der 70iger Jahre. Anerkennung gebührt auch Roland Kieber alias Sheriff Dan Markham, welcher die Rolle brillant spielte und unheimlich gut in den Sheriff-Kostüm aussah und selbst als wir ihn nach dem Stück als den coolen Melitta-Mann geoutet haben, blieb er immer noch cool!

Im Preis von 89 Euro waren neben dem Mordsspaß, das Menü mit passenden Weinen sowie Wasser und Kaffee inklusive. Die Küche, der Service und das Ensemble verdienen gleichermaßen Applaus. Wir verbeugen uns vor allen Beteiligten, die an der genialen Kombination aus Hochspannung und Hochgenuss mitwirkten. Denn eine Tatsache ist todsicher, bisweilen haben wir uns noch nie so köstlich bei unserem Weihnachtsessen amüsiert!

 

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