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Archive for the ‘Französisch’ Category

Le PaqueBot ist geschlossen!

 (Quelle: Welt online vom 17.Mai 2011)

Le Paquebot haucht der Franzose, wenn er einen Passagierdampfer à la Queen Mary meint. Der Name passt, denn das Interieur eines Luxusliners im schlichten Art Déco Design spielt in diesem Restaurant am Thalia Theater eine Hauptrolle. Auf den weiß gedeckten Tischen flackern Kerzen, charmante Kellnerinnen geben kompetente Weinempfehlungen und lassen ansonsten die Finesse der Cuisine wirken. Die Küche bietet saisonal-regionale Zutaten mit international-französischer Ausrichtung. Im Le Paquebot (GoogleMaps) treffen sich Geschäfts-leute, Shopaholics und das Ensemble samt Publikum des Thalia Theaters vor und nach dem letzten Akt.

Unsere kulinarische Kreuzfahrt begannen wir mit Frankreich begleitet von Steaks, es folgte Italien mit Tagliatelle und zum Ende ging es in den Heimathafen Hamburg mit einer Gänsekeule. Die flinke Kellnerin empfahl einen Cabernet, dessen fruchtige Note hervorragend mit dem Steak harmonierte. Das 200g Rump-steak für 15 Euro war ein wenig zäh, aber dennoch von guter Qualität und mit einer delikaten Kräuterbutter, knusprigen Pommes frites und einem frischen Salat gekonnt zubereitet. Einwandfrei waren die Tagliatelle mit gebratenen Scampis in Krustentiersauce für 13,50 Euro. Am stilvollsten war jedoch die Gänsekeule aus den Vierlanden für 15 Euro, die in der Verbindung mit Rotkohl, Kartoffelknödel und Majoransauce ein feines Geschmackserlebnis ergab. Dagegen hat zwischendurch der Kakao unter der Sprühsahne etwas gelitten. Die Zugabe in Form der Desserts wurden zwar  nicht wie auf dem ZDF-Traumschiff mit Wunderkerzen von den schmucken Köchen reingetragen, dennoch waren die Crème Brûlée mit Bourbon Vanille für 4,50 Euro und das hausgemachte Orangensorbet für 2,50 Euro eine gelungene Darbietung.

Das Le Paquebot nimmt seine Gäste mit auf eine kulinarische Kreuzfahrt über die Ozeane dieser Welt. Von früheren Übersee-Stationen gibt es beispiels-weise Gerichte wie Thunfischsteak mit Baby-Pak Choi, Kräutersaitlingen, Tomatenrisottto und Wasabi-schaum. Doch die Köche des Le Paquebot sind auch den norddeutschen Häfen verbunden, so findet der Gast auch den traditionellen Grünkohl mit Kochwurst und Kassler auf der Karte wieder. Tagsüber wird zusätzlich ein 2-gängiges Menü für 11,70 Euro serviert und im Sommer lädt die Terrasse auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz zum Genießen ein. Somit ist das Le Paquebot (GoogleMaps) für uns ein angenehm unaufgeregter Franzose, der gern auf Reisen geht.

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Die Bretonen von der stürmischen Halbinsel des nordwestlichen Frankreichs haben sich durch widrige Naturverhältnisse nie schrecken lassen. In der Blüte der Hochseefischerei im 19. Jahrhundert segelten sie bis Island, aber auch Nordafrika und Südamerika scheuten sie nicht. Hamburg ist seit 1998 von einem kleinen furchtlosen Kreis von Bretonen erfolgreich kulinarisch erobert worden. Im Haus der Bretonen (bretonisch: Ti Breizh) wird die Regionalspezialität der Galette mit Finesse kreiert. Der Galette – ein dünner und krosser Pfannkuchen aus Buchweizen – wird in herzhaften Variationen serviert. Neben dem Galette werden auch Gerichte wie die bretonische Fischsuppe, eingelegte Sardinen, Salate und natürlich die süßen Weizen Crêpes angeboten. Die Köche haben ihr Metier in der Bretagne gelernt und sind selbst Bretonen. Die Zutaten für die Gerichte werden sehr sorgfältig aus der Hamburger Region ausgewählt und ein großer Teil der Produkte wird sogar aus der Bretagne importiert.

An unserem Abend wählten wir den Galette Estivales mit warmem Ziegenkäse, Honig, Cassis-Zwiebelkonfitüre und Salat, den Galette Savoyarde mit Weißweinkartoffeln, luftgetrocknetem Schinken, Raclettekäse und Salat, den Galette Gourmande mit Kochschinken, Spiegelei, Käse, Sahne-Champignons und Tomatensauce und einen Galette Bergère mit warmem Ziegenkäse, luftgetrocknetem Schinken, Walnüssen und Salat. Die bestellten Galettes kosten zwischen 8 bis 9 Euro und waren einfach superb. Als Begleitung ernannten wir den herben Cidre Val de Rance mit nur 5% Alkohol in der traditionellen Keramiktasse. A la bonne heure ging es auch beim Dessert weiter in Form des Crêpe Sauce de chocolat amer »Valhrona« fait maison, kurz einen Crêpe mit hausgemachter Zartbitter-Schokoladensauce. Und den Crêpe au sucre flambées, welcher exzellent am Tisch mit Grand-Marnier flambiert wurde. Dazu gab es Café au Lait, Espresso und den bretonischen Calvados Fine de Bretagne, welcher aus dem Cidre destilliert wird. Dass es an unserem Platz am undichten Fenster zog, störte unseren Gesamteindruck nur minimal.

Wer wie die passionierten Mitarbeiter des Tri Breizh ein geringeltes Oberteil haben möchte, kann sich gleich rechts neben den Eingang in der La Boutique de la Mer seemännisch einkleiden lassen. Stilecht wird hier das bretonische Label Saint James, sowie die Labels Leminor Grammatico, Guy Cotten, Rivalin, Mat de Misaine, Fileuse d’Arvor, Colas offeriert.

 

Das strahlend weiße Ti Breizh residiert auf 2 Ebenen im alten Kaufmannshaus aus dem Jahr 1700 in der historischen Deichstr. 39. Besonders idyllisch kann der Gast im Sommer auf dem schönen Ponton am Nikolaifleet dinieren. Übrigens mittags hat es die arbeitende Bevölkerung in der Hamburger Altstadt gut. Das Ti Breizh bietet ein wechselndes Mittags-Menü von 12 bis 15 Uhr für 8,20 Euro an. Zudem werden im Ti Breizh regelmäßig Werke von unterschiedlichen Künstlern ausgestellt. An unseren Abend hingen ausgesuchte  Bilder u.a. von Betty Kleemiss an den Wänden. Unser Fazit über das Ti Breizh (Google Maps) ist, das es ein sehr geschmackvolles Restaurant mit einem einzigartigen rustikalen maritimen Flair ist. Dies haben schon viele andere Gäste vor uns festgestellt. Daher sollte der Tisch mindestens eine Woche vorher reserviert werden. Au revoir et à bientôt…

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Café Paris – 04.06.10

Im Umkreis des Hamburger Rathauses und der Börse hat sich ein herrliches Stück Frankreich etabliert und zwar ausgerechnet in den Räumen der ehemaligen Stadtschlachterei aus dem Jahr 1882. Gemeinsam mit den eleganten Bistromöbel und der im Original erhaltene Jugendstil-Decke, welche den Hamburger Handel und Wandel zeigen, wird eine einzigartige Atmosphäre geschaffen. Hier trifft der neugierige Tourist auf den wohlhabenden Finanzier. Wer das stets sehr gut besuchte Café Paris betritt, vergisst, dass er in Hamburg ist und glaubt mitten in Paris zu sein. Die Garçons (Kellner) begrüßen ihre Gäste charmant und können sich immer noch über die Bitte nach einem ruhigen Platz amüsieren. Es werden die klassisch französischen Gerichte auf hohem Niveau serviert von Bouillabaisse, Croque Monsieur, Käse, Buchweizencrêpe, Steak, Tartare bis Austern mit Champagner. Ergänzt wird die Speiskarte mit einer abwechslungsreichen Tageskarte.   

Menü

Wir begannen unsere kulinarische Reise nach Paris mit einem schön krossem Baguette und feinster Butter. Als Hauptgerichte wählten wir ein Steak Frites Salade für 18,20 Euro, die Merguez Frites für 15,90 Euro und eine Tartare du Chef Pommes für 16,50 Euro. Das butterzarte Steak war à point gebraten. Die aromatischen Merguez, eine Art von Grillwürstchen, waren so voller Gewürze wie einst die Speicherstadt. Umgarnt wurden unsere Gerichte von knackigen Pommes Frites. Für das delikate Tartare du Chef ging die Begeisterung ebenfalls steil nach oben. Das Tartare brillierte durch die frischen Zutaten, wie Rinderhackfleisch, Zwiebeln, rohes Eigelb und Gewürzen. Eine ansehnliche Überraschung am Nebentisch war für uns die gekonnte Zubereitung des Tartares Café Paris von dem Garçon höchstpersönlich.   

Einen Toast möchten wir auch auf unsere graziöse und kompetente Kellnerin aussprechen. Ihre Empfehlung des Rosé de Sancerre von Henri Bourgeois für 9,50 Euro die 0,25 l Karaffe  und des Fassweines Corbières AOC aus Südfrankreich für 8 Euro die 0,5 l Karaffe waren die idealen Begleiter zu unserm französischen Gourmetgipfel. Gekrönt haben wir unsere kulinarische Reise nach Paris mit einer sündhaft himmlischen Schokotarte und einem standesgemäßen Bol de Café au Lait.  Zum Abschied gab uns der Garçon noch eine höchst erfreuliche Nachricht mit, direkt über dem Café Paris wird zurzeit die „Bel Etage“ erbaut. Es handelt sich um die Vergrößerung des Café Paris (Google Maps) in den 1. Stock. Nach Fertigstellung im Oktober 2010 wird der Platz als zusätzliche Restaurantfläche genutzt.  

Ein französisches Café-Kleinod par excellence und auf unkomplizierte Weise chic! Eine Reservierung für den Abend wird dringend empfohlen.

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