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Archive for the ‘Wein’ Category

Als finale Anlaufstelle unserer Champagne-Tour machten wir in dem Ort Traben-Trarbach an der Mosel einen lohnenswerten Halt. Das Jugendstilhotel Bellevue organisierte für uns eine exklusive Weinprobe für 8 Euro bei dem Winzer C.A. Haussmann anno 1559. Das Weingut C.A. Haussmann (Google Maps) liegt direkt im Herzen von Traben-Trarbach und ganz in der Nähe von der Moselpromenade, umgeben von steilen Weinbergen.

Gegen 19 Uhr begrüßte uns Herr Haussmann höchstpersönlich und erklärte uns zuerst anhand seiner Geräte und Fässer recht anschaulich die Weinherstellung. In der urigen Probierstube durften wir dann eine feine Auswahl von seinen Weinen verkosten. Gepflanzt sind seine Rebstöcke im Steilhang auf mineralhaltigem Schieferboden, hauptsächlich mit Riesling-, aber auch mit Rivaner-, Spätburgunder- und Dornfelder-Trauben. Wir haben erfahren, dass der steinige und weiche Schieferboden die Wärme optimal speichert und die Mosel gleichzeitig als Reflektor der Sonneneinstrahlung noch mal die Sonneneinstrahlung intensiviert. Diese besondere Kombination ist die Basis für die hochfeinen Weine von der Mosel. Im Familienbesitz des Weingutes C.A. Haussmann befinden sich Weinberge in den Weinlagen Würzgarten, Kräuterhaus, Königsberg und Taubenhaus. Zusätzlich gepachtet ist die Weinlage Kayser Wingert, wo 70 Jahre alte Reben stehen. 

Im Ganzen zählt die Region Mosel-Saar-Ruwer rund 5000 Winzer und das nun neuerdings Günther Jauch zu den Winzern an der Saar gehört, findet auch Herr Haussmann toll. Wie einst Alfred Biolek kurbelt nun auch Günther Jauch den Weinverkauf an und von diesem positiven Effekt profitiert auch Herr Hausmann. Anderseits erfuhren wir von ihm, dass gerade die kleinen und mittleren Winzerbetriebe zurzeit gegen den Preisdruck aus der Pfalz und dem Ausland kämpfen müssen. Zudem sinken die Förderungen für den kostenintensiven Steillagen-Anbau. Um dem Preisdruck entgegen zu wirken wird von der Weinernte bis zum Vertrieb mit Nachbarschaftshilfe alles selbst bearbeitet. Somit können die beachtlichen Weine nur bei dem Weingut C.A. Haussmann bestellt werden. Insgesamt haben wir 8 Weine von dem Weingut C.A. Haussmann probieren dürfen:

Und was Herr Haussmann so in die Flasche bringt, überzeugte uns. Besonders begeistert hat uns der handselektierte „Riesling Spätlese trocken 2009“ aus der Steillage vom Würzgarten. In der Nase  schon eine bemerkenswerte Frische. Der Eindruck am Gaumen ist eine angenehme Säure. Die Aromen von Pfirsich, Apfel, Zitrone sowie die würzig-floralen Noten mit den mineralischen Tönen berauschen förmlich. Ein Riesling der in Erinnerung bleibt. Und somit beschlossen wir davon gleich mal ein paar Flaschen für das heimische Regal zu ordern.

  

Gegen 23 Uhr musste Herr Haussmann sich leider wieder der akuten Weinernte widmen. An diesem Abend haben wir mal wieder unseren Horizont erweitert. Wir haben viel erfahren über die Weinwirtschaft an der Mosel und auch die Anekdoten, welche Herr Haussmann zwischen den Wein-Gängen uns vergnüglich auftischte, haben uns viel Spaß gemacht. Selbst über die kurze Unterbrechung von Stammkunden aus Bremen konnten wir lachen, die uns begeistert mit den Worten begrüßten: „Wir haben gerade erfahren, dass Sie aus einem Vorort von Bremen kommen!“ Zu später Stunde haben wir im Hotel noch auf das Wohl von Herrn Haussmann mit seinem Riesling Sekt Brut 2008 angestoßen. Dieser Sekt, welcher nach dem Champagnerverfahren und Abrütteln von Hand hergestellt wurde, hatte eine feinperlige und fruchtige Art und war – wie die Weinprobe – ein Erlebnis.

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Als selbst ernannte Weinliebhaber haben wir uns vorgenommen, die Wein-regionen dieser Welt zu besuchen. Zum Anfang sollte es die Champagne in Frankreich sein. Bis zu dieser Reise begossen wir mit Champagner der großen Marken die ganz besonderen Momente im Leben. Aber auf dieser Reise offenbarte sich nun eine neue Welt des Champagners. Wir kehrten spontan bei kleinen Champagnerwinzern, wie bei Champagne de Lattaignant in Hermonville, Jean Hû in Vincelles, Borel-Lucas in Étoges, Jean-Marie Salmon in Toulon-La-Montagne, Champagne Launois Père et Fils in Le Mesnil-sur-Oger ein, welche ihren Champagner schon ab 12 Euro die Flasche verkaufen. Aber auch den berühmten Champagner-Häusern von Reims (Vranken Pommery Monopole, Taittinger und Veuve Clicquot Ponsardin) bis Épernay (Moët & Chandon) haben wir einen Besuch abgestattet.

Nach persönlicher Anmeldung am Vortag fuhren zu unserer Besichtigung in Épernay zu Moët & Chandon. Überraschenderweise wurden wir sehr herzlich mit dem Charme und Witz eines Rudi Carrells von einer deutschsprachigen Holländerin empfangen. Sie begann ihre Führung mit den Worten „Wir wollen die ganze Welt“ und alles begann im Jahr 1743 als Claude Moet anfing, Wein aus der Champagne nach Paris zu exportieren. Im Jahr 1794 kaufte der Enkel des Gründers Jean-Rémy Moet das Kloster Hautvillers, in dem der Mönch Dom Pérignon den Champagner mit erfunden hat. 1799 begann Moet & Chandon Napoleon mit Champagner zu beliefern, er sagte über den Champagner: „Nach dem Sieg verdienst du ihn, nach der Niederlage brauchst du ihn.“ 1832 erweiterte Jean-Rémy Moet den Firmennamen um den Namen „Chandon“, da er die Hälfte des Unternehmens an seinen Sohn und seinen Schwiegersohn Pierre-Gabriel Chandon übergab. Und bis heute ist Moet & Chandon der offizielle Lieferant der Königshäuser Europas.

Susan erklärte uns, dass anders als beim Wein, der Champagner nicht einfach aus einem Jahrgang sondern aus verschiedenen Jahrgängen und Reblagen gewonnen wird. Jedes Champagnerhaus hat seine eigene Rezeptur. Zum Weingut Moet & Chandon gehören um die 1000 ha Rebfläche der Champagne. Moet & Chandon kauft aber auch von anderen Winzern der Champagne zusätzlich Weintrauben ein.

 

Der Champagner wird aus den Chardonnay, Pinot-Noir (Spätburgunder) und Pinot-Meunier (Müllerrebe oder Schwarzriesling) Trauben gewonnen. Wie ein Künstler bedient sich der Kellermeister aus dem Weinreservoir verschiedener Jahrgänge, Traubensorten und Reblagen, um den stets gleichen Stil für Moet & Chandon zu kreieren. Folglich bestimmt nicht der Jahrgang über Sein und Nichtsein von Moet & Chandon, sondern die Entscheidungen des Kellermeisters. Nur in wirklich guten Jahren in der Champagne wird der Vintage (Jahrgangs-Champagner) erzeugt, diese Champagner stammen aus der Ernte eines einzigen Jahres. 

Nach dieser Einführung folgte die Besichtigung des Kellers. Vor unseren Augen wurde eine Tür aufgeschlossen, unter welcher eine lange Treppe in den Keller führte. Wir gingen in den Keller hinab und durften nun einen Teil davon besichtigen. Innerhalb des Kellers fuhren die Mitarbeiter mit Elektrofahrzeugen an uns vorbei.

Unsere Champagner-Führerin Susan erklärte uns, dass nur der Wein, welcher in der Champagne unter streng festgelegten Regeln angebaut und gekeltert wird, sich Champagner nennen darf. Neben dem genau abgegrenzten Anbaugebiet werden beispielsweise die Pflanzdichte, die Handlese und die sofortige Pressung vorgeschrieben. In der Herstellung gleicht der Champagner ansonsten einem Winzersekt: Wie beim Sekt handelt sich auch beim Champagner um einen Schaumwein, der seine Kohlensäure durch die zweite Gärung in der Flasche erhält. Er wird ebenfalls gerüttelt und degorgiert. Außerdem erhält er eine Dosage.

Zum Ende unsere Führung und im Andenken an Dom Périgon, welcher beim ersten Glas Champanger rief: „Ich trinke Sterne“, erhoben wir gemeinsam mit Susan ein schönes Glas Brut Impérial Rosé Champagner von Moet & Chandon und sahen auch für einen kurzen Moment die Sterne. Diese Führung durch den Keller mit einem Glas Champagner kostet übrigens 15 Euro.

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Im Herzen der wunderschönen Lüneburger Altstadt gelegen, ist die Weinhandlung “Weinzeit Brinkmann“(Google Maps) eine sehr gute Empfehlung für Liebhaber des schmackhaften Rebensaftes.

Jeder Kunde kann sich über eine individuelle Beratung freuen, die seines gleichen sucht. Astrid Brinkmann, die das Geschäft in Lüneburg führt hat einfach zu jedem Anlass und Essen den richtigen Wein in petto. Das Sortiment ist sehr reichhaltig und wechselt saisonal. Als Tipp für ein schönes Mitbringsel aus Lüneburg ist z.B. die Hausmarke “Lüneburger Heidschnucke“ (gibt es in vier Varianten: Rotwein, Weißwein, Perlwein und Rosé Perlwein) zu empfehlen.   

Zusätzlich hält Astrid Brinkmann in dem Geschäft regelmäßig Weinseminare ab. Der halbjährlich erscheinende Terminplan liegt in der Weinhandlung aus. Ab einer Gruppengröße von mindestens zehnPersonen bietet Sie auch individuelle Termine an. Das Thema kann man dann aus dem umfangreichen Portfolio der Seminarleiterin frei wählen. Wer es als Gruppe schon relativ weit geschafft hat, sprich:mehrere Seminare belegt hat, steigt dann in die Blindverkostung ein. Frau Brinkmann schafft es selbst anfangs ungeschulten Gaumen spielerisch die Charakteristika der einzelnen Weine zu vermitteln. Sie versucht jedoch niemanden indoktrinierend in eine bestimmte Richtung zu drängen. Was einem schmeckt, das bleibt jedem selbst überlassen. Allerdings lässt sich nach mehreren Terminen bei Ihr feststellen, dass einem viele Weine in anderen Lokalitäten längst nicht mehr so zusagen wie vorher, dafür bietet Sie einfach zu gute Tropfen an. Um es mit den Worten der Seminarleiterin zu sagen: “Jede Flasche Wein erweitert den Horizont“.

 

Weinzeit – Brinkmann
Astrid Brinkmann
Auf der Altstadt 12
21335 Lüneburg

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