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Archive for the ‘Épernay, Champagne’ Category

Als selbst ernannte Weinliebhaber haben wir uns vorgenommen, die Wein-regionen dieser Welt zu besuchen. Zum Anfang sollte es die Champagne in Frankreich sein. Bis zu dieser Reise begossen wir mit Champagner der großen Marken die ganz besonderen Momente im Leben. Aber auf dieser Reise offenbarte sich nun eine neue Welt des Champagners. Wir kehrten spontan bei kleinen Champagnerwinzern, wie bei Champagne de Lattaignant in Hermonville, Jean Hû in Vincelles, Borel-Lucas in Étoges, Jean-Marie Salmon in Toulon-La-Montagne, Champagne Launois Père et Fils in Le Mesnil-sur-Oger ein, welche ihren Champagner schon ab 12 Euro die Flasche verkaufen. Aber auch den berühmten Champagner-Häusern von Reims (Vranken Pommery Monopole, Taittinger und Veuve Clicquot Ponsardin) bis Épernay (Moët & Chandon) haben wir einen Besuch abgestattet.

Nach persönlicher Anmeldung am Vortag fuhren zu unserer Besichtigung in Épernay zu Moët & Chandon. Überraschenderweise wurden wir sehr herzlich mit dem Charme und Witz eines Rudi Carrells von einer deutschsprachigen Holländerin empfangen. Sie begann ihre Führung mit den Worten „Wir wollen die ganze Welt“ und alles begann im Jahr 1743 als Claude Moet anfing, Wein aus der Champagne nach Paris zu exportieren. Im Jahr 1794 kaufte der Enkel des Gründers Jean-Rémy Moet das Kloster Hautvillers, in dem der Mönch Dom Pérignon den Champagner mit erfunden hat. 1799 begann Moet & Chandon Napoleon mit Champagner zu beliefern, er sagte über den Champagner: „Nach dem Sieg verdienst du ihn, nach der Niederlage brauchst du ihn.“ 1832 erweiterte Jean-Rémy Moet den Firmennamen um den Namen „Chandon“, da er die Hälfte des Unternehmens an seinen Sohn und seinen Schwiegersohn Pierre-Gabriel Chandon übergab. Und bis heute ist Moet & Chandon der offizielle Lieferant der Königshäuser Europas.

Susan erklärte uns, dass anders als beim Wein, der Champagner nicht einfach aus einem Jahrgang sondern aus verschiedenen Jahrgängen und Reblagen gewonnen wird. Jedes Champagnerhaus hat seine eigene Rezeptur. Zum Weingut Moet & Chandon gehören um die 1000 ha Rebfläche der Champagne. Moet & Chandon kauft aber auch von anderen Winzern der Champagne zusätzlich Weintrauben ein.

 

Der Champagner wird aus den Chardonnay, Pinot-Noir (Spätburgunder) und Pinot-Meunier (Müllerrebe oder Schwarzriesling) Trauben gewonnen. Wie ein Künstler bedient sich der Kellermeister aus dem Weinreservoir verschiedener Jahrgänge, Traubensorten und Reblagen, um den stets gleichen Stil für Moet & Chandon zu kreieren. Folglich bestimmt nicht der Jahrgang über Sein und Nichtsein von Moet & Chandon, sondern die Entscheidungen des Kellermeisters. Nur in wirklich guten Jahren in der Champagne wird der Vintage (Jahrgangs-Champagner) erzeugt, diese Champagner stammen aus der Ernte eines einzigen Jahres. 

Nach dieser Einführung folgte die Besichtigung des Kellers. Vor unseren Augen wurde eine Tür aufgeschlossen, unter welcher eine lange Treppe in den Keller führte. Wir gingen in den Keller hinab und durften nun einen Teil davon besichtigen. Innerhalb des Kellers fuhren die Mitarbeiter mit Elektrofahrzeugen an uns vorbei.

Unsere Champagner-Führerin Susan erklärte uns, dass nur der Wein, welcher in der Champagne unter streng festgelegten Regeln angebaut und gekeltert wird, sich Champagner nennen darf. Neben dem genau abgegrenzten Anbaugebiet werden beispielsweise die Pflanzdichte, die Handlese und die sofortige Pressung vorgeschrieben. In der Herstellung gleicht der Champagner ansonsten einem Winzersekt: Wie beim Sekt handelt sich auch beim Champagner um einen Schaumwein, der seine Kohlensäure durch die zweite Gärung in der Flasche erhält. Er wird ebenfalls gerüttelt und degorgiert. Außerdem erhält er eine Dosage.

Zum Ende unsere Führung und im Andenken an Dom Périgon, welcher beim ersten Glas Champanger rief: „Ich trinke Sterne“, erhoben wir gemeinsam mit Susan ein schönes Glas Brut Impérial Rosé Champagner von Moet & Chandon und sahen auch für einen kurzen Moment die Sterne. Diese Führung durch den Keller mit einem Glas Champagner kostet übrigens 15 Euro.

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