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Die Amphore (Google Maps) liegt gegenüber von Blohm+Voss beziehungsweise oberhalb der River-Kasematten an der St. Pauli Hafenstraße. Draußen bietet das Café eine grandiose Aussicht in den Hamburger Hafen, auf der einen Seite bis zur Elbphilharmonie und auf der anderen Seite bis nach Finkenwerder. Und wenn in Hamburg die Sonne scheint, und das tat sie an diesem Tag, kann man woanders kaum besser sein Frühstück genießen.  

Tagsüber wird das Frühstück von montags bis sonntags von 10 bis 15 Uhr angeboten, sogar die Weißwürste mit Brezeln und süßem Senf werden serviert. Auch das französische Frühstück mit einem Croissant für 6,10 Euro oder ein Käsefrühstück für 8,10 Euro fehlen nicht auf der Karte. Es ist aber auch möglich ein ganz individuelles Frühstück mit belegten Paninis, Müslis, Ciabatta-Brötchen, Croissants und Brezeln nebst Kaffee oder Tee zusammen zustellen.

Unser Favorit ist das italienische Frühstück für 7,80 Euro. Dieses Frühstück bietet zwei Ciabatta-Brötchen, Taleggio, Mortadella, Parmaschinken, Melone und Tomaten mit Mozzarella. Der Caffe-Latte für 2,80 Euro und der Prosecco für 4,00 Euro sind leider nicht im Preis enthalten. Das Frühstück ist zweifelsohne seinen Preis wert, es war einfach delikat und geschmackvoll angerichtet. Insbesondere die Ciabatta-Brötchen, die Oliven, die Tomaten und der Mozzarella mit dem frischen Basilikum haben uns überzeugt.

Zur Bedienung können wir nur sagen, dass der junge Mann sehr professionell war. Zuvorkommend, geduldig, auskunftsfreudig und stets flink unterwegs. Selbst unseren Extra-Wunsch nach ein paar Eiswürfeln für unseren Prosecco erfüllte er uns zackig mit einem charmanten Lächeln und ohne Aufpreis!

Hier kann man den ganzen Tag „Schiffe gucken“. Und mit jedem riesigen Container- und Kreuzfahrtschiff, welches an einem vorbei gleitet, können die Gedanken ganz entspannt auf Reisen gehen. In der Amphore sogar bis spät in die Nacht mit einem schönen Astra in der Hand.

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Roatan – 09.04.11

Auch wenn der Inhaber Max Reichle heißt, wird hier keineswegs deutsch gekocht, sondern karibisch-kreolisch. Er ist auf der Insel Roatan, welche zu Honduras gehört, geboren und aufgewachsen und seit gut 2 ½ Jahren betreibt er erfolgreich sein Restaurant Roatan (Google Maps) am Fischmarkt  und bringt den Hamburgern die karibisch-kreolisch Küche näher.  

Beim Eintreten tauchten wir sofort ab in ein buntes Meer aus exotischen Fischen, Wale, Kraken  und Korallen. Die ganzen Wände sind mit extravaganten Unterwassermotiven gestaltet, an den Decken hängen leuchtende Feuerquallen oder Kugelfische. Dazu strahlten zusätzlich Lampen Wellen-Strukturen auf die Wände. Und die urigen Bambus-Möbel und die karibischen Rhythmen runden das real good Caribbean Feeling ab.

Zum Einstieg gab es erstmal ein paar Cocktails. Die Karte bietet wirklich viele tropische Cocktails mit witzigen Namen an, wie zum Beispiel: Calambre Muskelkrampf, Drungen Dragqueen, Flying Kangaroo, I am Black – I am Cool – I am the Love Maschine. Da waren wir schon schwer begeistert und schmecken taten die Cocktails auch noch! Doch dann brauchten wir eine vernünftige Grundlage. Folgende Gerichte wählten wir von der bunten Speisekarte aus:

  • Chicken in Peanut: Hähnchenburst gegrillt in einer Erdnuss Sauce mit Reis und Gemüse in einer Kokosnuss-Sauce für 10,95 € (kleine Portion)
  • Chicken in Maracuja Chutney: Gegrilltes Hähnchenbrustfilet mariniert in Adobo, in einer Maracuja-Chutney-Sauce mit Reis und gedämpftes Gemüse in einer Kokosnuss-Sauce für 13,95 € (normale Portion)
  • Veggies Mixx Platter: Gemüse in Kokosnuss-Sauce mit Reis, Bananenchips und Yucca Maisbällchen für 11,50 €
  • Pikant Fajitas Habernos: argentinische Rinderfiletstreifen mariniert in Fajitas, Habanero-Chili, Bohnenmus Reis und Tortilla für 16,00 €
  • Caribbean Dream Grill Teller: Hähnchenbrustfilet, argentinisches Rinderfilet, Red Mullet Fischfilet, Scampis, Reis, Yucca Toststones mit Gemüse in einer Kokosnuss-Sauce für 45,00 € (2 Personen)                     
  • Dessert Tres Leches: Vanille-Kuchen in verschiedenen Milchsorten für 4,00 €

Die Hauptgänge wurden uns fast gleichzeitig serviert und waren einfach sensationell. Das Hähnchenfilet, Rinder-filet und das Red Mullet Fischfilet waren auf den Punkt gegart und der Reis war schön kernig. Das Maracuja Chutney war unbeschreiblich fruchtig und auch das knackige Gemüse wie beispielsweise die Zuckerchoten in der dezenten Kokos-nuss-Sauce trugen zu einer raffinierten Süße bei. Die Marinadenmischung Adobo aus Chilischoten, Tomaten und Gewürzen war gekonnt zubereitet. Die Fajitas mit Habanero-Chili hatte eine gut verträgliche Schärfe und die Aromen von süß, fruchtig, scharf bis pikant wechselten sich harmonisch ab. Selbst die Yucca Maisbällchen und die Bananenchips waren eine angenehme Horizonterweiterung.  Insgesamt war für uns die Kombination der Zutaten ungewohnt, aber all das passt beispiellos gut zusammen. 

Aber was war mit unserem Kellner los? Er machte auf uns einen zerstreuten und erschöpften Eindruck. Als wir nach getrennten Rechnungen fragten, reagierte er erstaunt, aber ist umgehend auf unseren Wunsch eingegangen. Außerdem stimmte die Rechnung nicht. Ein Gericht war zu unserem Nachteil, der Kaffee hingegen zum unserem Vorteil berechnet worden. Er entschuldigte sich sofort und rechnete die richtigen Preise ab. Erst auf unsere Nachfrage erklärte er uns, dass gerade heute ein Kollege vom Service fehlt und ihm deshalb die Fehler unterlaufen sind und dass er auch deswegen uns nicht die volle Aufmerksamkeit schenken konnte. Zum Abschied spendierte er uns dann auch noch einen fruchtigen Schnaps aufs Haus und wir tranken versöhnt auf sein Wohl.

Von den Cocktails und dem abgefahrenen Ambiente leicht berauscht schossen wir noch ein paar Erinnerungsfotos mit dem Küchenchef. Dabei ergriff er auch gleich die Gelegenheit uns zu fragen, wie uns das Essen gefallen hat. Nach unserer Lobeshymne erzählte er uns voller Stolz, dass er die Gewürze und den Fisch aus der Karibik bezieht. Und als wir hoch und heilig versprachen wieder zu kommen, gab es von ihm auch noch mal eine Runde Schnaps aufs Haus.

Das Schöne war zum Abschluss: Man hatte das Gefühl, dass sich die Crew wirklich freute, dass wir da waren! Somit ist das Roatan für mich eine karibische Unterwasser-Oase mitten in Hamburg in der man wunderbar für ein paar sorglose Stunden abtauchen kann…

 

Nicht weit vom prominentesten Wochenmarkt Hamburgs, den Isemarkt, befindet sich das zweite Wohnzimmer der Eppendorfer das Petit Café (Google Maps). Das Café ist hauptsächlich berühmt für seinen hausgemachten Streuselkuchen und sein Frühstück mit feinen Kaffeespezialitäten. Hier wird sogar noch ein Kännchen Kaffee auf den gebügelten Tischdecken serviert. Die Einrichtung erinnert an Omas gute alte Kaffeestube. Das Besondere sind die kleinen Dinge, die einem erst nach mehrmaligem Hingucken auffallen, sowie die frischen Blumensträuße, das buntgemischte Geschirr oder die großen Zuckerdosen aus Porzellan.

Wir statteten an einem Sonntagmorgen dem Petit Café einen Besuch ab. Schon beim Eintreten strömte uns zuerst der betörende Duft von frisch gebackenem Streuselkuchen entgegen. Sehr aufmerksam wurden wir von einem jungen Ober in Empfang genommen und geschickt an unseren reservierten Tisch manövriert. Von unserem Tisch aus hatten wir einen direkten Einblick in die offene Küche und konnten somit dem Koch beziehungsweise dem talentierten Patissier bei seinem Handwerk über die Schulter schauen. Seit 7 Uhr morgens backte er am laufenden Band den berühmt berüchtigten Streuselkuchen.

Zur Auswahl stand uns zum einen ein Frühstück mit einem Getränk für 9,00 Euro (mit gekochtem Ei für 9,50 Euro), zum anderen ein Croissant mit Konfitüre und Butter für 2,50 Euro oder einfach belegte Brötchen. Und auf Wunsch gibt es die aktuelle Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung während des Aufent-haltes noch dazu. Eine Tischkarte gibt es nicht, dafür haben die aufgeweckten Herren die Karte im Kopf und im Eingangsbereich hängt zusätzlich die aktuelle Karte aus. Wir entschieden uns alle für ein Frühstück mit Aufschnitt und Brötchen. Auf unserer Aufschnittsplatte für 5 Personen befand sich Schinken und Mettwurst mit grünen Salat und die Käseplatte war mit Frischkäse und frischen Orangen garniert. Die 5 Weizenbrötchen und die 5 dunklen Brötchen mit Kernen waren schön warm und kross, dazu wurde uns Butter mit einem Pott Himbeermarmelade gereicht. Obendrein gönnten sich einige von uns noch ein schönes Glas Orangensaft für 3,40 Euro. Das Frühstück war zwar einfach, aber vollkommen ausreichend und von besonderer Qualität. Einige von uns konnten nicht widerstehen und bestellten sich noch ein Stück Streuselkuchen für 2,50 Euro mit schwarzen Johannisbeeren und ein Stück mit Äpfeln. Die beiden Stücke kamen direkt vom warmen Kuchenblech und waren wirklich großzügig portioniert. Beide waren einfach grandios, deliziös, köstlich…

Und wer auch zuhause nicht mehr auf Omas Konditorenhandwerk verzichten möchte, kann den hausgemachten Streuselkuchen sogar mit nach Hause nehmen. Besonders an dem Petit Café ist auch die Art der Bezahlung. Der Gast bekommt von dem galanten Ober die Rechnung und geht dann zum Bezahlen an den Tresen zu einer eleganten Dame mit einem gewissen hanseatischen Understatement.

Das Petit Café ist für uns ein Ort, wohin man Freunde oder die liebenswerte Verwandtschaft am Besten zu Kaffee und Streuselkuchen ausführt, so dass man auch der Familie mal etwas richtig Schönes bieten kann. Aber, Obacht: Das kleine Petit Café gilt nicht nur unter den Eppendorfern als Geheimtipp!

Man muss schon genau hinschauen, um den unscheinbaren Eingang zur Taparía con Carvalho (Google Maps) im Portugiesenviertel zu finden. Beim Eintreten besticht der kleine und gemütliche Innenraum mit seiner schlichten Einrichtung. An den dunkelroten Wänden hängen grüne Schiefertafeln mit der aktuellen Tapas-Auswahl. So werden Delikatessen wie Tortilla, Ensaladilla, Oliven, Serrano-Schinken, Manchego-Käse, gegrillte Gambas, gebratene Chorizo, marinierte Champignons, weißer Bohnensalat, Datteln im Speckmantel, gratinierter Ziegenkäse und noch vieles mehr angeboten. Preislich bewegen sich die Tapas von 2,60 Euro bis 7,50 Euro. Außerdem bietet die Karte eine feine Auswahl von spanischen Wein, Brandy und Sherry an.

An diesem Abend waren wir spontan in Minimalbesetzung von zwei Personen unterwegs. Zufälligerweise bediente uns die erfolgreiche Inhaberin Michaela Klawe der Taparía con Carvalho. Nach kurzer Nachfrage unserseits, ob sie denn auch Tapas ohne Knoblauch für uns hätte, strahlte sie uns an und erklärte, dass außer den Datteln im Speckmantel alle Tapas mit Knoblauch zubereitet werden. Das ebenfalls strahlende Paar am Nebentisch hat uns dann auch gleich die Vorzüge von Knoblauch aufgezählt. So ist er sehr wirksam als Mittel gegen Erkältung. Besonders heilsam ist er bei einem leicht erhöhten Blutdruck und Cholesterin. Er verringert sogar die Gefahr eines Schlaganfalls, eines Herzinfarkts und von Thrombosen. Die Argumente haben uns überzeugt! Wir bestellten: 

  • Lammhackbällchen für 2,90 Euro
  • Gegrillte Hühnerkeulen mit Knoblauch für 2,60 Euro
  • Datteln im Speckmantel für 3,50 Euro
  • Meersalzkartoffeln mit Salsa für 2,80 Euro
  • Marinierte Möhren für 2,60 Euro 

Zum Auftakt gab es von Frau Klawe dann erstmal einen schönen Korb mit warmem Brot und einer heftig deftigen Aioli zusammen mit einem fruchtigen Rotwein aus Spanien für 10,20 Euro die 0,5 l Karaffe. Nach einer etwas längeren Wartezeit brachte uns dann die äußerst freundliche Service-Mitarbeiterin unsere Tapas. Um es kurz zu machen: Jeder einzelner Tapa war für sich ein Genuss, die Datteln im Speckmantel und die Lammhackbällchen sogar eine Offenbarung. Auf jeden Fall lohnt es sich für alle, die am nächsten Tag ihrem Zahnarzt die horrende Rechnung heimzahlen wollen. Mit einer ordentlichen Portion Aioli und einem vorzüglichen Wein kann man sich dann der Vorfreude genüsslich hingeben.

Zum Nachtisch gab es den klassischen süßen Flan, einen spanischen Mandelkuchen und diverse Eissorten zur Auswahl. Wir entschieden uns für ein spanisches Schokoladen-Eis für 4,80 Euro, welches uns – raffiniert in einer Kakao-Bohne angerichtet – serviert wurde. Abgerundet wurde unsere kleine Fiesta mit einem fruchtigen Kurzen aufs Haus. Zu später Stunde teilten wir noch Frau Klawe mit, dass wir gerne mit angepackt hätten, da sie ja eine gewisse Zeitlang die vollbesetzte Taparía im Service ganz alleine schmiss und wieder strahlte sie uns an. Sie erklärte uns, dass ihre tüchtige Service-Mitarbeiterin von ihrem Zahnarzt aufgehalten worden ist. Nun, wenn die Schmerzen nicht aufhören und die Rechnung zu hoch ist, weiß sie ja was zu tun ist!

Die kleine Taparía con Carvalho mit seinem bunten und lebendigen Publikum zählt schon seit Jahren zu den Geheimtipps für Liebhaber von erstklassigen und vielfältigen Tapas. Die Tapas sind so, wie sie sein sollen, aber es nur wenigen in Hamburg gelingt. Hier ist man schnell der Meinung von guten Freunden eingeladen worden zu sein. Muchas Gracias y Hasta Luego, Señora Klawe.

Der französische Name Casse-Croûte (Google Maps) des Restaurants zwischen dem Gänsemarkt und den Colonnaden führt in die Irre! Frei übersetzt bedeutet Casse-Croûte ein Imbiss oder eine Zwischenmahlzeit. Aber was die beiden Köche und Inhaber Frederic Janhsen und Carsten von der Heide auf der wöchentlich wechselnden Speisekarte seit 1998 erfolgreich anbieten, ist mehr als ein Imbiss. Die Köche kreieren kreativ in ihrer offenen Küche regionale und internationale Gerichte, dabei lassen sie sich gerne von den Rezepten aus Omas Kochbuch inspirieren. So werden beispielsweise Hühner-frikassee, Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln, Gurkensalat mit Dill oder auch die traditionellen Königsberger Klopse angeboten. Auf der anderen Seite bietet das Casse-Croûte für den spätrömisch dekadenten Gourmet-Gaumen die gängigen Delikatessen an, unter anderem den iranischen Sevruga Kaviar, die Fine de Claire Austern mit Chesterbrot oder die moralisch bedenkliche Gänsestopfleber.

Nach einer Wartezeit von rund 15 Minuten auf unseren reservierten Tisch und nach mehreren höflichen Entschuldigungen von den Servicekräften gab es zur Einstimmung erstmal ein Korb mit frischem Baguette-Brot und Schmalz.  Die ausgefallene Speisekarte  musste erst von uns eingehend studiert werden und wir entschieden uns für zwei ansprechende Hauptgerichte, einen Salat und für die 3-Gänge-Überraschungsmenüs mit den Varianten Fisch und Fleisch.

3-Gänge Überraschungsmenü mit Fisch für 29,90 Euro

– Lachs-Tatar mit Kartoffel-Rösti und Sprossensalat    

– Zanderfilet auf Steckrübengemüse mit Champagner-Sauce  

– Apfelstrudel mit rotem Waldfrüchte-Eis

3-Gänge Überraschungsmenü mit Fleisch für 29,90 Euro

– Rinder-Tatar mit Kartoffel-Rösti mit Rucola und Tomaten

– Tagiatelle mit Rinderfiletspitzen in Trüffelsauce        

– Apfelstrudel mit rotem Waldfrüchte-Eis

Nach wenigen Minuten schwebte der erste Gang in Form von Rinder-Tatar und auf dem anderen Teller mit Lachs ein. Einfach köstlich, für einen Augenblick herrschte Ruhe an unserm Tisch. Auch das Ehrenmitglied unseres Blogs war vom ersten Gang seines Überraschungsmenüs, dem Tatar vom Lachs mit Kartoffel-Rösti und Sprossensalat, sichtlich angetan. So glück-lich haben wir ihn schon lange nicht mehr gesehen, den Köchen vom Casse-Croûte sei Dank!

Aber auch das Rinder-Tatar stand dem in nichts nach. Es folgten die Hauptgerichte: Zanderfilet auf Steckrübengemüse mit Champagner-Sauce, Tagiatelle mit Rinder-filetspitzen in Trüffelsauce, der Caesar Salat mit Lammrücken, Hobelkäse und Butter-croûtons für 11,90 Euro und die Königsberger Klopse mit Kartoffelpüree & Kapernsauce für 9,90 Euro und allesamt waren einfach gelungen! Die Spaghetti mit Scampis, Paprikaöl & Peperoni für 18,90 Euro hingegen waren unsere Gourmet-Testesserin ein Tick zu ölig.

Den begleitenden Wein dagegen – den fruchtigen Sancerre Rosé für 34,90 Euro die Flasche – musste sich  keiner von uns erst schön trinken. Das Finale in Form des Apfelstrudels mit rotem Waldfrüchte-Eis bestach durch seine Frische und dem herrlich aromatischen Eis. Zum Espresso wurde dann auch noch ein kleines Stück orientalisch-fruchtiger Gewürzkuchen gereicht, welcher einfach köstlich war.

Die Quintessenz unseres Besuches ist, dass die Köche fantasievolle Gerichte kreieren, die anderen Köche das Fürchten lernen und damit sind für uns die hohen Preise aufgrund des kompetenten Personals und des Wareneinsatzes gerechtfertigt. Demgegenüber regen die Preise für den Wein schon zum Nachdenken bzw. zum Nachrechnen an und obwohl die Speisekarte ein vielfältiges Angebot von  Gerichten enthielt,  hätte ich mir eine größere Auswahl an vegetarischen Hauptgerichten gewünscht. Das bunte Publikum setzte sich aus unserer Sicht hauptsächlich aus wohlsituierten Geschäftsleuten und Opern-besuchern zusammen, welche vom Mitinhaber und Koch Carsten von der Heide höchstpersönlich aufmerksam unterhalten wurden.

Mit der schlichten Einrichtung und der rustikalen Bar in dunklem Holz samt offener Küche im Eingangsbereich überzeugte uns das Restaurant. Und auch hier sollte man reservieren, denn die Gäste fliegen dem Casse-Croûte wie Möwen einem einlaufenden Schiff im Hamburger Hafen entgegen.

Hamburg ist auch eine Promi-Stadt! Filmpremieren, Konzerte, Musicalpremieren, Fußballspiele -alles lockt die Stars und Sternchen nach Hamburg. Und in der kleinen Trattoria da Enzo in der Hamburger Neustadt kann man die Schauspieler, Fußballprofis oder Politiker treffen. Denn einer gehobenen italienischen Küche in einem urig verwinkelten Ambiente im Souterrain können auch sie nicht widerstehen. Selbst bei unserem Besuch hatten wir prominente Tisch-Nachbarn aus dem Show-Business. Auf der anderen Seite unseres Tisches hingegen saßen junge Yuppies mit dem richtigen Logo auf dem Hemd, welche ihre blonde Begleitung mit ihren Zukunftsvisionen beeindruckten. Was die Prominenz als nächstes so plant, konnten wir aufgrund der Akustik leider nicht erfahren.

An unserem Abend gehörten wir nun im vollbesetzten Ristorante auch zu den Glücklichen, die eine Reservierung hatten. Nach dem sehr freundlichen und aufmerksamen Empfang entschieden für uns erstmal für ein Glas Rosé Prosseco für 5,60 Euro. Der charmante Cameriere brachte uns dann die Speisekarte in Form einer großen Schiefertafel. Von Pasta über Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch war alles da, was das Herz begehrt. Die Antipasti Speciale wurden uns von dem Inhaber Enzo empfohlen und ohne Widerworte nach unserem Geschmack zusammengestellt. Die Wartezeit wurde mit Oliven und Brot überbrückt und mit einer schönen Flasche Primitivo für 21,50 Euro ging der Abend dann auch heiter weiter.

Die Antipasti waren sehr aufwendig, auch für unsere tüchtige Cameriera, die uns peu à peu die kulinarischen Delikatessen in mindestens 12 kleinen Tellern servierte. Die feinen Köstlichkeiten wie beispielsweise Spargel mit Parmesan, Mozzarella mit Tomaten, Prosciutto mit Melone, Pilze in Kräutern, Entenbrust-Salat, Rucola-Salat, Calamaris, Scampis und Rindercarpaccio waren die Sünde von 13,50 Euro pro Person wert. Auch unser Hauptgang wie die hausgemachten Tagliatelle für 12,90 Euro im Parmesanlaib geschwenkt und mit frisch abgehobelten Trüffeln gekrönt und das butterzarte Lammkarree in Pecorino-Kruste mit Gemüse für 17,50 Euro sowie die hausgemachten Tortelloni mit Flusskrebsen in Zitronensauce für 9,50 Euro sorgten für weitere Geschmacksexplosionen. Den Dessert-Variationen aus den klassischen italienischen Nachspeisen wie Tiramisu, Pannacotta, Profiterole, Schokoladenmousse und Mascarpone mit frischen Früchten für 8,50 Euro pro Person konnten wir dann letztendlich auch nicht widerstehen. Zum Schluss klang der Abend mit einem wohltuenden Glas Averna auf Kosten des Hauses aus. 

Nach unserem Geschmack ist der Koch der Trattoria da Enzo (Google Maps) ein König seiner Zunft. Ein Kompliment gibt es auch für den Service: Denn während der Padron Enzo das Treiben in seiner Trattoria beobachte, die Teller inspizierte und Weinempfehlungen abgab, brachten uns die sehr aufmerksamen und flinken Camerieres und Camerieras unseren Wein und Essen. Platzangst und ein empfindliches Gehör sollte man allerdings hier nicht haben, denn die kleinen Holztische stehen schon sehr dicht beieinander. Zusammenfassend fällt unser Fazit folgendermaßen aus: Wenn wir demnächst endlich im Lotto gewinnen, kaufen wir das Ristorante samt Koch. Basta! 

Capriccio – 17.12.10

„Komm ein bisschen mit nach Italien, komm ein bisschen mit, weil sich das lohnt…“ Den Rat von Caterina Valente haben wir befolgt. Mit viel Glück bekamen wir in der Vorweihnachtszeit an der Ecke vom Großneumarkt im Restaurant Capriccio den letzten Tisch. Das Capriccio (GoogleMaps) hat den Look eines klassischen Italieners, von denen es einige in Hamburg gibt. Aber das Restaurant bietet das gewisse Etwas. Und zwar nicht nur hervorragende italiensche Küche und Weine oder eine elegante Wandvertäfelung in dunklem Holz, eine Bar in der Mitte des Restaurants oder ein überlebensgroßes Bild von Sophia Loren, sondern eine ganz besonders familiäre Atmosphäre in der Hamburger Neustadt.

Die charmante Begrüßung von dem Padron Vittorio inklusive der richtigen Zuordnung zu dem bereits wartenden Teil unsere Gruppe war schon mal ein schöner Einstieg. Umgehend standen grüne Oliven mit frischen Kräutern und einem köstlichen Olivenöl samt knusprigen Ciabatta auf dem Tisch. Allora, ein kurzer Blick in unsere Runde und der Padron Gino brachte uns den Barolo des Südens und zwar einen Rotwein aus der Aglianico-Traube. Nach der Aufklärung von Padron Gino wurde sie vor über 2500 Jahren von den Griechen eingeführt und gilt als eine der besten Rebsorten Süditaliens. Nachdem wir alle den Rotwein von dem Weingut Terredora aus Kampanien probierten und den Padron Gino nach dem ersten Schluck anstrahlten als wäre er der Weihnachtsmann höchstpersönlich, ließ er auch zufrieden die Flasche für 22,50 Euro an unserem Tisch stehen.

Schnell füllten sich die Tische im warm beleuchteten Raum und mit uns freuten sich eine kleine Hochzeits-gesellschaft und ein gut gelauntes Publikum auf einen schönen Abend. Dem gelungenen Auftakt folgte in Windeseile eine geschmackliche Offen-barung. Die Variationen vom Bruschetta für 4,50 Euro mit Tomaten und hausgemachtem Basilikumpesto waren köstlich und das Carpaccio für 9,50 Euro war einfach wunderbar zart und mit frischem Rucola und echtem Parmesan abgestimmt. Wie bei Mamma schmeckten die Parpardelle in Tomatensauce und zarten Rinderfiletspitzen für 9,50 Euro. Über den Tellerrand hinaus ragte die herrlich aromatische Pizza mit Büffelmozzarella und sizilianischen Kirschtomaten für 8,50 Euro. Aber auch die Fettuccine mit frischem Lachs und Minzaroma für 8,50 Euro verdienen eine Lobeshymne. Das Tiramisu für 4,00 Euro war bestimmt keine Wohltat für unsere Hüften, aber eine grandiose Wohltat für unseren Gaumen. Insgesamt beeindruckte uns die Kochkunst, mit dem hier einfache Zutaten ohne viel Chichi in feine und deswegen so schöne Geschmackserlebnisse verwandelt werden. Und auch als wir vor lauter Begeisterung ein Weinglas zerschepperten, bekamen wir von dem Bartender keinen Termin beim Paten im Hinterzimmer sondern ein entspanntes „Passiert“. Zum Ausklang servierte unser Cameriere noch ein Glas Averna auf Kosten des Hauses. Allora, danach hieß es für uns Abschied zu nehmen, zur Krönung des Abends stellten sich die Signore des Capriccios wie der Blitz in Spalier auf und entließen uns mit einem beschwingtes „Ciao, Ciao!“

Die Padrone Vittorio und Gino haben hier ein Refugium geschaffen, das dem italienischen Dolce Vita alle Ehre macht. Viele Stammgäste kommen seit der Eröffnung vor rund einem Jahr immer wieder. Und falls einfache Gäste wie wir einen Tisch bekommen, werden sie genauso verwöhnt als wären sie Sophia Loren in Begleitung von Caterina Valente.