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Archive for Januar 2011

Man muss schon genau hinschauen, um den unscheinbaren Eingang zur Taparía con Carvalho (Google Maps) im Portugiesenviertel zu finden. Beim Eintreten besticht der kleine und gemütliche Innenraum mit seiner schlichten Einrichtung. An den dunkelroten Wänden hängen grüne Schiefertafeln mit der aktuellen Tapas-Auswahl. So werden Delikatessen wie Tortilla, Ensaladilla, Oliven, Serrano-Schinken, Manchego-Käse, gegrillte Gambas, gebratene Chorizo, marinierte Champignons, weißer Bohnensalat, Datteln im Speckmantel, gratinierter Ziegenkäse und noch vieles mehr angeboten. Preislich bewegen sich die Tapas von 2,60 Euro bis 7,50 Euro. Außerdem bietet die Karte eine feine Auswahl von spanischen Wein, Brandy und Sherry an.

An diesem Abend waren wir spontan in Minimalbesetzung von zwei Personen unterwegs. Zufälligerweise bediente uns die erfolgreiche Inhaberin Michaela Klawe der Taparía con Carvalho. Nach kurzer Nachfrage unserseits, ob sie denn auch Tapas ohne Knoblauch für uns hätte, strahlte sie uns an und erklärte, dass außer den Datteln im Speckmantel alle Tapas mit Knoblauch zubereitet werden. Das ebenfalls strahlende Paar am Nebentisch hat uns dann auch gleich die Vorzüge von Knoblauch aufgezählt. So ist er sehr wirksam als Mittel gegen Erkältung. Besonders heilsam ist er bei einem leicht erhöhten Blutdruck und Cholesterin. Er verringert sogar die Gefahr eines Schlaganfalls, eines Herzinfarkts und von Thrombosen. Die Argumente haben uns überzeugt! Wir bestellten: 

  • Lammhackbällchen für 2,90 Euro
  • Gegrillte Hühnerkeulen mit Knoblauch für 2,60 Euro
  • Datteln im Speckmantel für 3,50 Euro
  • Meersalzkartoffeln mit Salsa für 2,80 Euro
  • Marinierte Möhren für 2,60 Euro 

Zum Auftakt gab es von Frau Klawe dann erstmal einen schönen Korb mit warmem Brot und einer heftig deftigen Aioli zusammen mit einem fruchtigen Rotwein aus Spanien für 10,20 Euro die 0,5 l Karaffe. Nach einer etwas längeren Wartezeit brachte uns dann die äußerst freundliche Service-Mitarbeiterin unsere Tapas. Um es kurz zu machen: Jeder einzelner Tapa war für sich ein Genuss, die Datteln im Speckmantel und die Lammhackbällchen sogar eine Offenbarung. Auf jeden Fall lohnt es sich für alle, die am nächsten Tag ihrem Zahnarzt die horrende Rechnung heimzahlen wollen. Mit einer ordentlichen Portion Aioli und einem vorzüglichen Wein kann man sich dann der Vorfreude genüsslich hingeben.

Zum Nachtisch gab es den klassischen süßen Flan, einen spanischen Mandelkuchen und diverse Eissorten zur Auswahl. Wir entschieden uns für ein spanisches Schokoladen-Eis für 4,80 Euro, welches uns – raffiniert in einer Kakao-Bohne angerichtet – serviert wurde. Abgerundet wurde unsere kleine Fiesta mit einem fruchtigen Kurzen aufs Haus. Zu später Stunde teilten wir noch Frau Klawe mit, dass wir gerne mit angepackt hätten, da sie ja eine gewisse Zeitlang die vollbesetzte Taparía im Service ganz alleine schmiss und wieder strahlte sie uns an. Sie erklärte uns, dass ihre tüchtige Service-Mitarbeiterin von ihrem Zahnarzt aufgehalten worden ist. Nun, wenn die Schmerzen nicht aufhören und die Rechnung zu hoch ist, weiß sie ja was zu tun ist!

Die kleine Taparía con Carvalho mit seinem bunten und lebendigen Publikum zählt schon seit Jahren zu den Geheimtipps für Liebhaber von erstklassigen und vielfältigen Tapas. Die Tapas sind so, wie sie sein sollen, aber es nur wenigen in Hamburg gelingt. Hier ist man schnell der Meinung von guten Freunden eingeladen worden zu sein. Muchas Gracias y Hasta Luego, Señora Klawe.

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Der französische Name Casse-Croûte (Google Maps) des Restaurants zwischen dem Gänsemarkt und den Colonnaden führt in die Irre! Frei übersetzt bedeutet Casse-Croûte ein Imbiss oder eine Zwischenmahlzeit. Aber was die beiden Köche und Inhaber Frederic Janhsen und Carsten von der Heide auf der wöchentlich wechselnden Speisekarte seit 1998 erfolgreich anbieten, ist mehr als ein Imbiss. Die Köche kreieren kreativ in ihrer offenen Küche regionale und internationale Gerichte, dabei lassen sie sich gerne von den Rezepten aus Omas Kochbuch inspirieren. So werden beispielsweise Hühner-frikassee, Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln, Gurkensalat mit Dill oder auch die traditionellen Königsberger Klopse angeboten. Auf der anderen Seite bietet das Casse-Croûte für den spätrömisch dekadenten Gourmet-Gaumen die gängigen Delikatessen an, unter anderem den iranischen Sevruga Kaviar, die Fine de Claire Austern mit Chesterbrot oder die moralisch bedenkliche Gänsestopfleber.

Nach einer Wartezeit von rund 15 Minuten auf unseren reservierten Tisch und nach mehreren höflichen Entschuldigungen von den Servicekräften gab es zur Einstimmung erstmal ein Korb mit frischem Baguette-Brot und Schmalz.  Die ausgefallene Speisekarte  musste erst von uns eingehend studiert werden und wir entschieden uns für zwei ansprechende Hauptgerichte, einen Salat und für die 3-Gänge-Überraschungsmenüs mit den Varianten Fisch und Fleisch.

3-Gänge Überraschungsmenü mit Fisch für 29,90 Euro

– Lachs-Tatar mit Kartoffel-Rösti und Sprossensalat    

– Zanderfilet auf Steckrübengemüse mit Champagner-Sauce  

– Apfelstrudel mit rotem Waldfrüchte-Eis

3-Gänge Überraschungsmenü mit Fleisch für 29,90 Euro

– Rinder-Tatar mit Kartoffel-Rösti mit Rucola und Tomaten

– Tagiatelle mit Rinderfiletspitzen in Trüffelsauce        

– Apfelstrudel mit rotem Waldfrüchte-Eis

Nach wenigen Minuten schwebte der erste Gang in Form von Rinder-Tatar und auf dem anderen Teller mit Lachs ein. Einfach köstlich, für einen Augenblick herrschte Ruhe an unserm Tisch. Auch das Ehrenmitglied unseres Blogs war vom ersten Gang seines Überraschungsmenüs, dem Tatar vom Lachs mit Kartoffel-Rösti und Sprossensalat, sichtlich angetan. So glück-lich haben wir ihn schon lange nicht mehr gesehen, den Köchen vom Casse-Croûte sei Dank!

Aber auch das Rinder-Tatar stand dem in nichts nach. Es folgten die Hauptgerichte: Zanderfilet auf Steckrübengemüse mit Champagner-Sauce, Tagiatelle mit Rinder-filetspitzen in Trüffelsauce, der Caesar Salat mit Lammrücken, Hobelkäse und Butter-croûtons für 11,90 Euro und die Königsberger Klopse mit Kartoffelpüree & Kapernsauce für 9,90 Euro und allesamt waren einfach gelungen! Die Spaghetti mit Scampis, Paprikaöl & Peperoni für 18,90 Euro hingegen waren unsere Gourmet-Testesserin ein Tick zu ölig.

Den begleitenden Wein dagegen – den fruchtigen Sancerre Rosé für 34,90 Euro die Flasche – musste sich  keiner von uns erst schön trinken. Das Finale in Form des Apfelstrudels mit rotem Waldfrüchte-Eis bestach durch seine Frische und dem herrlich aromatischen Eis. Zum Espresso wurde dann auch noch ein kleines Stück orientalisch-fruchtiger Gewürzkuchen gereicht, welcher einfach köstlich war.

Die Quintessenz unseres Besuches ist, dass die Köche fantasievolle Gerichte kreieren, die anderen Köche das Fürchten lernen und damit sind für uns die hohen Preise aufgrund des kompetenten Personals und des Wareneinsatzes gerechtfertigt. Demgegenüber regen die Preise für den Wein schon zum Nachdenken bzw. zum Nachrechnen an und obwohl die Speisekarte ein vielfältiges Angebot von  Gerichten enthielt,  hätte ich mir eine größere Auswahl an vegetarischen Hauptgerichten gewünscht. Das bunte Publikum setzte sich aus unserer Sicht hauptsächlich aus wohlsituierten Geschäftsleuten und Opern-besuchern zusammen, welche vom Mitinhaber und Koch Carsten von der Heide höchstpersönlich aufmerksam unterhalten wurden.

Mit der schlichten Einrichtung und der rustikalen Bar in dunklem Holz samt offener Küche im Eingangsbereich überzeugte uns das Restaurant. Und auch hier sollte man reservieren, denn die Gäste fliegen dem Casse-Croûte wie Möwen einem einlaufenden Schiff im Hamburger Hafen entgegen.

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Hamburg ist auch eine Promi-Stadt! Filmpremieren, Konzerte, Musicalpremieren, Fußballspiele -alles lockt die Stars und Sternchen nach Hamburg. Und in der kleinen Trattoria da Enzo in der Hamburger Neustadt kann man die Schauspieler, Fußballprofis oder Politiker treffen. Denn einer gehobenen italienischen Küche in einem urig verwinkelten Ambiente im Souterrain können auch sie nicht widerstehen. Selbst bei unserem Besuch hatten wir prominente Tisch-Nachbarn aus dem Show-Business. Auf der anderen Seite unseres Tisches hingegen saßen junge Yuppies mit dem richtigen Logo auf dem Hemd, welche ihre blonde Begleitung mit ihren Zukunftsvisionen beeindruckten. Was die Prominenz als nächstes so plant, konnten wir aufgrund der Akustik leider nicht erfahren.

An unserem Abend gehörten wir nun im vollbesetzten Ristorante auch zu den Glücklichen, die eine Reservierung hatten. Nach dem sehr freundlichen und aufmerksamen Empfang entschieden für uns erstmal für ein Glas Rosé Prosseco für 5,60 Euro. Der charmante Cameriere brachte uns dann die Speisekarte in Form einer großen Schiefertafel. Von Pasta über Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch war alles da, was das Herz begehrt. Die Antipasti Speciale wurden uns von dem Inhaber Enzo empfohlen und ohne Widerworte nach unserem Geschmack zusammengestellt. Die Wartezeit wurde mit Oliven und Brot überbrückt und mit einer schönen Flasche Primitivo für 21,50 Euro ging der Abend dann auch heiter weiter.

Die Antipasti waren sehr aufwendig, auch für unsere tüchtige Cameriera, die uns peu à peu die kulinarischen Delikatessen in mindestens 12 kleinen Tellern servierte. Die feinen Köstlichkeiten wie beispielsweise Spargel mit Parmesan, Mozzarella mit Tomaten, Prosciutto mit Melone, Pilze in Kräutern, Entenbrust-Salat, Rucola-Salat, Calamaris, Scampis und Rindercarpaccio waren die Sünde von 13,50 Euro pro Person wert. Auch unser Hauptgang wie die hausgemachten Tagliatelle für 12,90 Euro im Parmesanlaib geschwenkt und mit frisch abgehobelten Trüffeln gekrönt und das butterzarte Lammkarree in Pecorino-Kruste mit Gemüse für 17,50 Euro sowie die hausgemachten Tortelloni mit Flusskrebsen in Zitronensauce für 9,50 Euro sorgten für weitere Geschmacksexplosionen. Den Dessert-Variationen aus den klassischen italienischen Nachspeisen wie Tiramisu, Pannacotta, Profiterole, Schokoladenmousse und Mascarpone mit frischen Früchten für 8,50 Euro pro Person konnten wir dann letztendlich auch nicht widerstehen. Zum Schluss klang der Abend mit einem wohltuenden Glas Averna auf Kosten des Hauses aus. 

Nach unserem Geschmack ist der Koch der Trattoria da Enzo (Google Maps) ein König seiner Zunft. Ein Kompliment gibt es auch für den Service: Denn während der Padron Enzo das Treiben in seiner Trattoria beobachte, die Teller inspizierte und Weinempfehlungen abgab, brachten uns die sehr aufmerksamen und flinken Camerieres und Camerieras unseren Wein und Essen. Platzangst und ein empfindliches Gehör sollte man allerdings hier nicht haben, denn die kleinen Holztische stehen schon sehr dicht beieinander. Zusammenfassend fällt unser Fazit folgendermaßen aus: Wenn wir demnächst endlich im Lotto gewinnen, kaufen wir das Ristorante samt Koch. Basta! 

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